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Bildungsplan für Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt Lernen 2022

Förderschwerpunkt Lernen

Teil C | Fach

Evangelische Religionslehre

1. Juli 2022

BP2022BW_SOP_LERNEN_TEIL-C_REV__RC11.2__20220712@0755#Mi

Impressum

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Kultus und Unterricht

Ausgabe C

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Technische Umsetzung der Onlinefassung

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Gestaltung

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Bezugsbedingungen

VALUE

Amtsblatt des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Bildungsplanhefte

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg,

Postfach 103442, 70029 Stuttgart

Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, Heilbronner Stra0e 314, 70469 Stuttgart (www.zsl.kultus-bw.de)

www.bildungsplaene-bw.de

Neckar-Verlag GmbH, Klosterring 1, 78050 Villingen-Schwenningen

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Juli 2022

Die Lieferung der unregelmäßig erscheinenden Bildungsplanhefte erfolgt automatisch nach einem festgelegten Schlüssel. Der Bezug der Ausgabe C des Amtsblattes ist verpflichtend, wenn die betreffende Schule im Verteiler (abgedruckt auf der zweiten Umschlagseite) vorgesehen ist (Verwaltungsvorschrift vom 22. Mai 2008, K.u.U. S. 141).

Die Bildungsplanhefte werden gesondert in Rechnung gestellt.

Die einzelnen Reihen können zusätzlich abonniert werden. Abbestellungen nur halbjährlich zum 30. Juni und 31. Dezember eines jeden Jahres schriftlich acht Wochen vorher bei der Neckar-Verlag GmbH, Postfach 1820, 78008 Villingen-Schwenningen

Ergänzende Metainformationen

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Leitgedanken zum Kompetenzerwerb

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag für die Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt Lernen umfasst den Kompetenzerwerb in allen Lebensbereichen, auch im Bereich des religiösen Lebens und Lernens. Religiöse Bildung ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen eigenständigen Modus der Welterschließung. Sie berücksichtigt, dass Menschen auf Beziehung angelegt und angewiesen sind, nicht nur auf die Beziehung zu Mitmenschen und zu ihrer Umwelt, sondern auch zum Transzendenten. Angesichts der Diversität von Lebenszusammenhängen in der pluralen, digitalisierten und globalisierten Welt wird religiöse Bildung für die Suche der Kinder und Jugendlichen nach Identität, Teilhabe und Orientierung immer wichtiger.

Bildungsgehalt des Faches Evangelische Religionslehre

Der Evangelische Religionsunterricht leistet einen eigenständigen und unverzichtbaren Beitrag zum Bildungsauftrag der Schule. Er richtet sich an Schülerinnen und Schüler evangelischer Konfession und ist offen für Schülerinnen und Schüler anderer Religionen, Konfessionen sowie ohne Konfessionszugehörigkeit. Der Unterricht fördert den Erwerb religiöser Kompetenzen in Form von Kenntnissen, Handlungen und Haltungen im Kontext der schulischen und außerschulischen Lebenspraxis unter Berücksichtigung der individuellen Lernbedingungen und -ausgangslagen.

Grundlage der Evangelischen Religionslehre ist die biblische Botschaft, dass jeder Mensch nach Gottes Bild geschaffen ist. Dadurch besitzt er einen Wert und eine Würde, die durch Leistung und Kompetenzen weder erworben werden noch verloren gehen können. Der Evangelische Religionsunterricht steht für die Offenheit gegenüber Fragen nach der Existenz Gottes, dem Sinn der Welt, der Freiheit und Gebundenheit des Menschen und dem Selbstwert des Einzelnen im Schulleben.

Er unterstützt die Schülerinnen und Schüler, möglichst selbsttätig und in Freiheit Zutrauen ins Leben und Vertrauen zu Gott zu entwickeln, ihre Begabungen zu entfalten und mit ihren Grenzen zu leben. Der Unterricht geht jeweils von den konkreten Lebenssituationen und Fragen der Schülerinnen und Schüler aus und hilft ihnen, auf der Grundlage des Evangeliums, der reformatorischen Bekenntnisse der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg und der christlichen Glaubenspraxis ihren Alltag selbstbestimmt, sinnerfüllt und lebensbejahend zu gestalten.

Staatliche und kirchliche Grundlagen

Der evangelisch konfessionell geprägte und verantwortete Religionsunterricht ist nach Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und nach Art. 18 der Verfassung des Landes Baden-Württemberg ordentliches Lehrfach, das von Staat und Kirche gemeinsam verantwortet wird. Er wird nach § 96, Abs. 2 des Schulgesetzes von Baden-Württemberg in Übereinstimmung mit

den Bekenntnissen und Ordnungen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der

Evangelischen Landeskirche in Baden, wie sie in deren Grundordnung beziehungsweise Kirchenverfassung niedergelegt sind, von den Beauftragten erteilt und beaufsichtigt.

Mit der Orientierungshilfe „Es ist normal, verschieden zu sein“ (2014) gibt die EKD Impulse und Anregungen für eine inklusive Gesellschaft und unterstützt die Entwicklung zu einem inklusiven Bildungssystem auf allen Ebenen, zu der sich die Bundesrepublik Deutschland mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 verpflichtet hat (Art. 24). Darum ist auch der Evangelische Religionsunterricht bestrebt, angemessene Vorkehrungen zu schaffen, damit alle Schülerinnen und Schüler ihr Recht auf einen gemeinsamen Unterricht mit individueller Förderung einlösen können, insbesondere auch junge Menschen mit komplexen Unterstützungsbedarfen.

Beitrag des Faches zu den Leitperspektiven

Die Evangelische Religionslehre leistet einen Beitrag zu den Leitperspektiven und berücksichtigt dabei die Bildungsbedingungen der Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt Lernen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Nach biblisch-christlicher Tradition ist der Mensch zur Übernahme von Verantwortung in der „Einen Welt“ berufen. Die Schülerinnen und Schüler können selbstbestimmt und mit sozialer Unterstützung ihren Beitrag zur Verwirklichung gerechter Verhältnisse, zum Frieden, zu ungehindertem Zugang zur Bildung und zu einem verantwortlichen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen leisten.

Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV)

Vielfalt ist ein wesentliches Kennzeichen von Gottes Schöpfung. Maßstab für den christlichen Umgang mit Vielfalt sind die Liebe und das Wohl des Nächsten, die in der bedingungslosen Annahme des Menschen durch Gott gründen. Deshalb befähigt der Evangelische Religionsunterricht dazu, anderen Menschen, die sich nach Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Kultur, Religion und Weltanschauung unterscheiden, sensibel, tolerant und anerkennend zu begegnen.

Prävention und Gesundheitsförderung (PG)

Der Evangelische Religionsunterricht nimmt den Menschen in seinen körperlichen, seelischen, sozialen und biografischen Besonderheiten in den Blick. Er stärkt die Persönlichkeit und befähigt zu Teilhabe und Mündigkeit. Dazu gehört die Fähigkeit, über sich selbst, über die eigenen Stärken und Schwächen nachzudenken und mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen.

Berufliche Orientierung (BO)

Die verantwortliche Gestaltung des eigenen Lebens ist dem Menschen als Auftrag von Gott gegeben. Der Evangelische Religionsunterricht eröffnet einen Raum, in dem die individuellen Interessen und Begabungen von Schülerinnen und Schülern gefördert werden. Er unterstützt und ermutigt Jugendliche darin, sich beruflich zu orientieren und weist im Fach Evangelische Religionslehre entsprechende Kompetenzen und Inhalte aus.

Medienbildung (MB)

Religiöse Bildung vollzieht sich personal und medial vermittelt. Analoge und digitale Medien spielen auch in der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt Lernen eine wichtige Rolle. Der Evangelische Religionsunterricht arbeitet insbesondere mit Medien, die Aktivität und Teilhabe fördern, und unterstützt einen verantwortungsvollen Umgang mit ihnen.

Verbraucherbildung (VB)

Der Evangelische Religionsunterricht thematisiert und praktiziert einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in der „Einen Welt“. Er eröffnet den Schülerinnen und Schülern den globalen Horizont ihres Konsumentenverhaltens und sensibilisiert sie für einen verantwortungsbewussten Lebensstil.

Die Leitperspektiven sind im Bildungsplan für Evangelische Religionslehre sowohl an die prozess- als auch die inhaltsbezogenen Kompetenzen anschlussfähig. Sie sind in diese Kompetenzen eingearbeitet und in die Verweise aufgenommen.

Kompetenzen

Der Evangelische Religionsunterricht zielt auf religiöse Kompetenzen ab und bietet Inhalte des christlichen Glaubens an. Religiöse Kompetenzen sind als Fähigkeiten zu verstehen,

  • die Vielgestaltigkeit von Wirklichkeit wahrzunehmen und aus der Perspektive des christlichen Glaubens zu reflektieren,
  • christliche Deutungen mit anderen Lebens- und Weltanschauungen zu vergleichen,
  • die Wahrheitsfrage zu stellen und eine eigene Position einzunehmen,
  • sowie sich auf religiöse Ausdrucks- und Sprachformen (zum Beispiel Symbole und Rituale) in Freiheit einzulassen und diese mitzugestalten.

Neben allgemeinen religiösen Inhalten bietet der Evangelische Religionsunterricht den Schülerinnen und Schülern auch Zeugnisse des christlichen Glaubens an. Der Glaube selbst aber entzieht sich einer Überprüfung. Er kann deshalb Gegenstand des Unterrichts sein, darf aber nicht zum Maßstab der Leistungserfassung und Leistungsbeurteilung werden.

Prozessbezogene Kompetenzen

Diese Kompetenzen werden langfristig erworben. Ihre Formulierungen orientieren sich an den Schülerinnen und Schülern mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt Lernen sowie den prozessbezogenen Kompetenzen der evangelischen Religionslehre an der allgemeinen Schule (siehe Einleitungen) und wurden bei den anzustrebenden Kompetenzen in diesem Bildungsplan berücksichtigt.

Die fünf prozessbezogenen Kompetenzen sind:

Wahrnehmen und Darstellen

Die Schülerinnen und Schüler können die religiöse Dimension von Phänomenen und Fragen in ihrem Lebensumfeld wahrnehmen und mit ihren Möglichkeiten auf vielfältige Weise zum Ausdruck bringen.

Deuten

Die Schülerinnen und Schüler können religiöse Ausdrucksformen, Symbole und Worte auf vielfältige Weise in Beziehung zu eigenen Erfahrungen setzen.

Urteilen

Die Schülerinnen und Schüler können in konkreten Lebenssituationen ethische oder religiöse Bezüge entdecken, ihre Befindlichkeiten beschreiben und eigene Positionen einnehmen.

Kommunizieren und Dialogfähig-Sein

Die Schülerinnen und Schüler können, auch in Auseinandersetzung mit christlichen Wertvorstellungen, einen respektvollen Umgang mit anderen Menschen entwickeln.

Gestalten und Handeln

Die Schülerinnen und Schüler können eigene Lebenssituationen mithilfe biblischer Geschichten und analoger beziehungsweise digitaler Medien zum Ausdruck bringen sowie ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern. Sie können an Formen religiöser Praxis in der Schule selbstbestimmt teilnehmen oder diese mitgestalten.

Inhaltsbezogene Kompetenzen

Die Bildungspläne für Katholische und Evangelische Religionslehre gliedern sich über alle Klassen hinweg und in allen Schularten weitgehend übereinstimmend in sieben Bereiche. Zusammen mit den prozessbezogenen bilden die inhaltsbezogenen Kompetenzen die Grundlage für die Planung von Unterricht.

Die sieben Bereiche sind:

  • Mensch
  • Welt und Verantwortung
  • Bibel
  • Gott
  • Jesus Christus
  • Kirche und Kirchen
  • Religionen und Weltanschauungen

Dies sind keine voneinander getrennten Bereiche. Sie bedingen sich gegenseitig und bilden gemeinsame Schnittmengen. Dieselben Kompetenzen können im Horizont unterschiedlicher Inhalte erworben werden. Bei religiösen Kompetenzen ist zu berücksichtigen, dass sie vielfach einen nicht messbaren Mehrwert besitzen und Prozesscharakter haben. Einstellungen, Haltungen und Werte entwickeln sich in teils kontinuierlichen und oft auch krisenhaften Prozessen, die geprägt sind von dialogischer Beziehung, von Erprobung und Veränderung.

Prozess- und inhaltsbezogene Kompetenzen in Fächern und Lebensfeldern

Die Auswahl der Kompetenzen und Inhalte für den Unterricht orientiert sich am Entwicklungsstand und der Lebensperspektive der Schülerinnen und Schüler. Die Inhalte sind im Unterschied zu den Bildungsplänen der allgemeinen Schule „beispielhafte Inhalte“, die nur in Auswahl unterrichtet werden. Da der konfessionelle Religionsunterricht im Bildungsgang Lernen an den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) zum Teil auch im Klassenverband erteilt wird, nimmt er die religiöse, konfessionelle und weltanschauliche Vielfalt noch achtsamer wahr und berücksichtigt sie auf differenzsensible Weise.

Bei der Planung und Durchführung des evangelischen Religionsunterrichts werden auch die Kompetenzen und Inhalte der Lebensfelder (Teil B) berücksichtigt. Die Darstellung der Kompetenzen aus den Lebensfeldern und den Fächern in Form einer Matrix macht die vielfältigen Verschränkungs- und Verknüpfungsmöglichkeiten deutlich.

Abbildung 1: Verflechtung Lebensfelder – Fach Evangelische Religionslehre (© Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg)

Didaktische Hinweise

Auf altersgemäße Weise und unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen unterstützt der Evangelische Religionsunterricht die Schülerinnen und Schüler, ihre persönliche Lebenssituation mit der christlichen Glaubenstradition in einen lebensdienlichen Zusammenhang zu bringen. Er bietet ihnen einen geschützten Raum und vielfältige Möglichkeiten an, ihre Sehnsüchte und Ängste, ihre Träume und Sorgen, ihre Erfahrungen von Glück und Gewalt, Akzeptanz und Zurückweisung, Armut und Reichtum, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung, Heimat und Migration auszudrücken und im Horizont des christlichen Glaubens zu bedenken.

Religionsdidaktische und sonderpädagogische Aspekte

Beim aktiven Erwerb religiöser Kompetenz berücksichtigt der Unterricht unter anderem folgende didaktisch-methodischen Aspekte: Den feiernden liturgischen Zugang, das Einüben strukturierender, wiederkehrender Rituale, performatives, biografisches und erinnerndes Lernen, die Bedeutung von Raum und Stille, Musik, Tanz und Bewegung sowie die konsequente Elementarisierung aller Dimensionen der Unterrichtsplanung. Auf der Grundlage (förder-)diagnostischer Beobachtungen der Schülerinnen und Schüler differenziert der Religionsunterricht, insbesondere in inklusiven Bildungsangeboten, nach Zielen, Methoden und Sozialformen. Er bietet den Schülerinnen und Schülern geeignete Kommunikationsformen an (zum Beispiel einfache Sprache, Piktogramme oder materialgestützte Erzählformen). Die beispielhaften Aneignungs- und Differenzierungsmöglichkeiten bilden im Bildungsplan Evangelische Religionslehre die vier Grundformen der Aneignung ab (siehe Teil A, Kapitel 3), geben aber keine Reihenfolge für den Unterricht vor. Die Differenzierung schließt auch die Reflexion und Rückmeldung von Leistungen ein.

Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team

Der Evangelische Religionsunterricht sucht die Kooperation mit anderen Fächerverbünden und Fächern, vor allem aber mit den Fächern der katholischen, altkatholischen, christlich-orthodoxen, jüdischen, islamisch-sunnitischen und alevitischen Religionslehre sowie des Faches Ethik. Evangelische Lehrkräfte sprechen sich kontinuierlich ab und suchen nach Möglichkeiten der ökumenischen und interreligiösen Verständigung und Kooperation.

Die staatliche beziehungsweise kirchliche Fachlehrkraft arbeitet im Religionsunterricht mit anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (zum Beispiel sonderpädagogischen Lehrkräften oder Assistenzpersonen) im Team zusammen. Sie übernehmen gemeinsam Verantwortung, sowohl die Ziele der individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung (ILEB) der Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot als auch spezifische Förderziele der religiösen Bildung aktiv anzustreben.

Orientierung an den Schülerinnen und Schülern

In einer offenen, vertrauensvollen Lernatmosphäre unterrichten die Lehrpersonen authentisch und glaubwürdig. Sie nehmen die sozio-kulturellen und -ökonomischen Lebensverhältnisse ihrer Schülerinnen und Schüler differenzsensibel, aufgeschlossen und respektvoll wahr und begünstigen damit deren Lernhaltung und den Lernerfolg. In der Grundstufe ermöglicht der Religionsunterricht den Schülerinnen und Schülern ihrem Entwicklungsstand und ihrer Persönlichkeitsentwicklung gemäße grundlegende religiöse Erfahrungen (zum Beispiel das Feiern der Feste im Jahreskreis). Die Hauptstufe baut auf den in der Grundstufe erworbenen Kompetenzen auf. Die Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen und die Erfordernisse der Erwachsenenwelt mit ihren Umbrüchen und Fragestellungen sind Schwerpunkte der Hauptstufe. Die schulischen und außerschulischen Erfahrungswelten der Schülerinnen und Schüler mit den damit verbundenen Fragen, Nöten und Hoffnungen bilden die Basis des pädagogischen Handelns. Die Entwicklung realisierbarer Lebensentwürfe auf der Grundlage christlicher Glaubensgrundsätze soll Orientierung schaffen und das Selbstwertgefühl als Voraussetzung aktiven Handelns fördern.

Religion an der Schule

In Projekten, die mehrere Unterrichtsfächer und Lebensfelder verbinden, bringt sich die Evangelische Religionslehre nach Möglichkeit regelmäßig ein. Sie beteiligt sich am Schulprogramm beziehungsweise Schulcurriculum und gestaltet die Schule als Lebens- und Erfahrungsraum für alle Beteiligten mit (zum Beispiel durch Feste, interreligiöse Feiern, Abschiedsrituale, Andachten und Gottesdienste im schulischen und religiösen Jahreskreis). Dabei legt sie Wert auf die aktive Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung und Durchführung. Der Evangelische Religionsunterricht hat auch eine seelsorgliche Dimension. Er kooperiert mit der schulpsychologischen und sozialpädagogischen Beratung sowie der evangelischen Schulseelsorge und der katholischen Schulpastoral.

Kooperation und Verständigung

Der Religionsunterricht ermutigt die Schülerinnen und Schüler, das psychosoziale Unterstützungssystem der Schule in Anspruch zu nehmen. Während der Konfirmandenzeit begleiten die Religionslehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler nach Kräften. Sie unterstützen ihre Einbindung in die Ortskirchengemeinde und ermutigen diese, sich an der Gestaltung des Schullebens (zum Beispiel im Rahmen des Ganztagsschulprogramms) zu beteiligen. Darüber hinaus pflegt der Religionsunterricht Kontakte zu unterschiedlichen außerschulischen Institutionen, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe, zu Kirchengemeinden, zur kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit, zu diakonischen und karitativen Einrichtungen und anderen Religionsgemeinschaften. Der Religionsunterricht befähigt die Schülerinnen und Schüler zur Begegnung und Verständigung mit Menschen unterschiedlichster Religionen und Anschauungen. Er unterstützt sie, eine christlich motivierte Haltung des Respekts und der Toleranz einzuüben.

Kompetenzfelder

Grundstufe

Mensch

Die Schülerinnen und Schüler sind herausgefordert, sich mit den existenziellen Fragen ihres Lebens auseinanderzusetzen. Der Religionsunterricht unterstützt sie in wertschätzender Atmosphäre, ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Gefühle und Gedanken wahrzunehmen. Er hilft ihnen, ihr Leben mit christlichen Vorstellungen in Beziehung zu setzen und sich an biblischen Personen oder Vorbildern ihrer Umgebung zu orientieren. Der Unterricht trägt auf diese Weise zu ihrer Identitätsbildung bei und ermöglicht ihnen zu erkennen, dass aus christlicher Sicht alle Menschen von Gott geschaffen, gewollt und geliebt sind.

Denkanstöße

Wie werden im Religionsunterricht eine Atmosphäre der Achtsamkeit und Annahme gefördert und ein wertschätzender Blick auf andere eingeübt?
Wie informiert sich die Lehrkraft über einzelne Schülerinnen und Schüler, ihre Situation in Familie und Klasse, ihre Stärken und Schwächen?
Welche Impulse werden den Schülerinnen und Schülern zur Auseinandersetzung mit Fragen wie „Was macht mir Mut? Was macht mich traurig? Wer hört mir zu? Wer tröstet mich?“ angeboten?
Welche Begleitung und unterstützenden Rituale werden vonseiten der Schule oder Schulseelsorge angeboten?
Wie werden im Religionsunterricht die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit Anderssein (nach Herkunft, Befähigung, Religion) aufgenommen und in Beziehung zu biblischen Texten gesetzt?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
beschreiben, was sie selbst und andere ausmacht
stellen dar, wie wertvoll, wichtig und einmalig jeder Mensch ist und wie dies Menschen selbst erlebt haben
erzählen von frohen und traurigen Erlebnissen und Erfahrungen
zeigen an biblischen Geschichten auf, wie Gott Menschen liebt, annimmt und begleitet
bringen auf vielfältige Weise zum Ausdruck, wie Gott zu den Menschen steht und wie sie sich an ihn und an Menschen ihres Vertrauens wenden können
beschreiben Situationen, in denen Menschen Fehler machen
zeigen Wege der Wiedergutmachung, Versöhnung und Verzeihung auf

Beispielhafte Inhalte

Einzigartig und wunderbar gemacht: Fähigkeiten, Begabungen, Grenzen (Ps 139,14)
Vorbehaltlos gewollt und geliebt (Gleichnis vom guten Hirten: Lk 15,3-6; Beim Namen gerufen: Jes 43,1)
(meine) Lebenserfahrungen (Gelingen und Scheitern, Friede und Gewalt, Streit und Versöhnung, Angst und Geborgenheit, Trauer und Trost, Ausgrenzung und Zugehörigkeit)
Gott als Lebensbegleiter (Josef: 1. Mose 37-50 in Auswahl; Jakob und Esau: 1. Mose 25-35 in Auswahl)
Gott steht zu mir und anderen (Taufe: Mt 28,16-20; Sturmstillung: Mk 4,35-41)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
sieht sich selbst im Spiegel an und nimmt sich wahr
fertigt den eigenen Fingerabdruck an und betrachtet ihn
stellt ein Bild von der eigenen Person gestalterisch dar (Skulptur formen, Bild malen), singt ein Lied über Gottes bedingungslose Liebe und entwickelt dazu Gesten
erstellt einen Steckbrief oder ein digitales Profil von sich selbst

Bezüge und Verweise

PER 2.1.1 Wahrnehmung der eigenen Person

SEL 2.1.2 Selbstversorgung

SOZ 2.1.3 Kommunikation

BSS 2.1.1 Körperwahrnehmung und Bewegungserfahrung

RRK 2.1.1 Mensch

GS REV 2.1 Wahrnehmen und Darstellen (1)

GS REV 2.1 Wahrnehmen und Darstellen (3)

GS REV 2.4 Kommunizieren und Dialogfähig-Sein (1)

GS REV 2.5 Gestalten und Handeln (3)

GS REV 3.1.1 Mensch (1)

GS REV 3.1.1 Mensch (3)

GS REV 3.1.1 Mensch (4)

GS REV 3.1.1 Mensch (5)

GS REV 3.2.1 Mensch (1)

GS REV 3.2.1 Mensch (2)

GS REV 3.2.1 Mensch (3)

BTV 3 Toleranz, Solidarität, Inklusion, Antidiskriminierung

PG 1 Wahrnehmung und Empfindung

VB 3 Bedürfnisse und Wünsche

LFDB S.46: Menschenrechte und Menschenwürde [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Welt und Verantwortung

Die Schülerinnen und Schüler leben in vielfältigen, oft ungeklärten Beziehungen zu ihrer Umwelt und zur Natur. Die biblische Schöpfungsgeschichte betrachtet die Welt und alle Lebewesen als Gabe Gottes, für die der Mensch Verantwortung trägt. Aus christlicher Sicht gründet diese Verantwortung in der sorgenden Liebe Gottes gegenüber seinen Geschöpfen. Vor diesem schöpfungstheologischen Hintergrund ermutigt der Religionsunterricht die Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortungsvollen und wertschätzenden Umgang mit der Umwelt, den Mitmenschen und der eigenen Person. Er fördert das tätige Bewusstsein, die Welt in ihrer Einzigartigkeit und Vielfalt wahrzunehmen, gerecht zu gestalten und die Lebensgrundlagen der Erde für die Weiterexistenz zu erhalten.

Denkanstöße

Wie berücksichtigen die Lehrkräfte die kulturellen und sozialen Bezüge der Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung des Religionsunterrichts?
Wodurch wird die Eigeninitiative und ‑verantwortung der Schülerinnen und Schüler gestärkt?
Was fördert und hindert die Schülerinnen und Schüler in ihrer digitalen und analogen Lebenswelt, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen?
Wie hilft die Schule den Schülerinnen und Schülern, für die eigene Gesundheit Sorge zu tragen?
Wie werden außerschulische Fachleute und die Eltern in die Verantwortung eingebunden?
Wie geht die Schule mit den Ressourcen Energie, Wasser, Luft und mit Müll um?
Welche Möglichkeiten bietet die Schule den Schülerinnen und Schülern an, den sorgsamen Umgang mit Pflanzen und Tieren einzuüben?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
beschreiben die Vielfalt und Schönheit der Welt sowie deren Gefährdung
stellen auf kreative Weise dar, wie sie selbst und alle Lebewesen Teil dieser Welt sind und miteinander in Beziehung stehen
erzählen anhand biblischer Schöpfungstexte, wie die Welt als Werk Gottes verstanden wird
vergleichen die jüdisch-christliche Deutung der Welt als Schöpfung mit anderen religiösen und nichtreligiösen Vorstellungen von der Welt
begründen an Beispielen, wie ein sorgsamer, gerechter und gleichberechtigter Umgang im Miteinander der Menschen aussehen kann
beschreiben, wie der Mensch als Ebenbild Gottes eine besondere Stellung in der Schöpfung hat und Verantwortung für sie übernimmt

Beispielhafte Inhalte

Schöpfungsgeschichten (1. Mose 1-2; Schöpfungsauftrag: 1. Mose 2,15)
Gottebenbildlichkeit des Menschen (1. Mose 1,27)
Gebote und Gerechtigkeit (10 Gebote in Auszügen: 2. Mose 20; Nächstenliebe: Mk 12,31; Scherflein der Witwe: Mk 12,41-44)
Die Schöpfung erleben (Freude, Lob und Dank; Klage und Bitte: Psalm 104 in Auszügen)
Die Ressourcen der Schöpfung erhalten (Wasser, Klima, Energie, Rohstoffe, Müll, Konsumverhalten)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
erlebt an außerschulischen Lernorten (Park, Wald) Gottes Schöpfung
erfährt anhand von Beispielen (Pflanzen, Obst, Tiere) die Schöpfung Gottes greifbar, erfahrbar und sichtbar
pflanzt mit anderen gemeinsam Bäume und übernimmt Verantwortung für Pflanzen im Klassenzimmer
erstellt eine Collage oder digitale Präsentation zu den einzelnen Schöpfungstagen und benennt Schöpfungsgaben, für die sie/er dankbar ist

Bezüge und Verweise

PER 2.1.3 Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

RRK 2.1.2 Welt und Verantwortung

SU 2.1.1 Demokratie und Gesellschaft

SU 2.1.2 Natur und Leben

GS REV 2.3 Urteilen

GS REV 2.5 Gestalten und Handeln

GS REV 3.1.2 Welt und Verantwortung (1)

GS REV 3.1.2 Welt und Verantwortung (2)

GS REV 3.1.2 Welt und Verantwortung (3)

GS REV 3.1.2 Welt und Verantwortung (5)

GS REV 3.2.2 Welt und Verantwortung (3)

GS REV 3.2.2 Welt und Verantwortung (4)

GS REV 3.2.2 Welt und Verantwortung (5)

BNE 1 Bedeutung und Gefährdungen einer nachhaltigen Entwicklung

BNE 7 Friedensstrategien

VB 3 Information und Wissen

Bibel

Die Bibel als „Heilige Schrift“ ist die zentrale Grundlage des christlichen Glaubens. Sie enthält Geschichten, die von Menschen erzählen, die Erfahrungen mit Gott gemacht haben. Der Religionsunterricht ermutigt die Schülerinnen und Schüler, die Bibel als eine Orientierungshilfe und Handlungsanleitung in einer leicht verständlichen Form für die Lebensgestaltung zu nutzen. Er hilft ihnen, Beziehungen zwischen der Bibel und ihren eigenen Lebensfragen herzustellen und die Bibel als Buch des persönlichen Glaubens zu verstehen.

Denkanstöße

Wie werden die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit der besonderen Bedeutung der Bibel als „Heilige Schrift“ der Christen vertraut gemacht?
Welche Zugangsmöglichkeiten haben die Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Bibeln (zum Beispiel Kinderbibeln, Hörbibeln, Bilderbibeln oder digitalen Bibeln)?
Wie werden sie dazu angeleitet, diese besondere Bedeutung der Bibel durch respektvollen Umgang kenntlich zu machen?
Wie werden die Schülerinnen und Schüler unterstützt, ihr eigenes Leben mit biblischen Geschichten in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen und daraus Hilfestellungen für ihr Leben zu erhalten?
Wie gehen die Lehrkräfte im Unterricht mit der Bibel um?
Welche Gelegenheiten gibt es an der Schule, biblische Geschichten zu erzählen, zu spielen oder zu gestalten?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
bringen auf vielfältige Weise zum Ausdruck, dass die Bibel eine Sammlung vieler Bücher ist und als „Wort Gottes“ beziehungsweise „Heilige Schrift“ bezeichnet wird
präsentieren ausgewählte Geschichten mit Figuren oder Bildern
zeigen an ausgewählten Geschichten auf, wie und was diese von Gott, Jesus Christus und den Menschen erzählen
stellen Zusammenhänge her/dar zwischen den Erfahrungen mit Gott und ihren eigenen Erfahrungen und Fragen
bringen Gedanken und Gefühle, die sie sich zu biblischen Geschichten machen, kreativ zum Ausdruck
erarbeiten die Besonderheit biblischer Sprache im Vergleich zur Alltagssprache
stellen einzelne Besonderheiten des Lebens in biblischer Zeit dar

Beispielhafte Inhalte

Entstehung der Bibel (erzählen, aufschreiben, sammeln, weitergeben)
Umwelt der Bibel (Landschaften, Tiere, Pflanzen)
Bibel als Lebensbegleiter und ‑hilfe (Geschichten, Regeln, Worte, Taufsprüche)
Gott erwählt Kleine, Schwache, Verlorene (Volk Gottes: 5. Mose 7,6-8; David: 1. Sam 16,1-13; Verlorenes Schaf: Lk 15,1-7; Zachäus Lk 19,1-10)
Gott begleitet Menschen auf dem Lebensweg (Sarah und Abraham: 1. Mose 12-21 in Auszügen; Josef: 1. Mose 37-50 in Auszügen)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
spürt Schafwolle mit den Händen und dem Körper
spielt die biblische Geschichte mit selbst erstelltem (Figuren‑)Material oder einem (Trick‑)Film nach
erzählt die biblische Geschichte in eigenen Worten mit Geschichtenmaterialien
verbindet die Geschichte mit einer Erfahrung des Verloren-Gehens oder des Gefunden-Werdens aus dem eigenen Leben

Bezüge und Verweise

SOZ 2.1.5 Medienkompetenz

D 2.1.1 Sprache und Texte erleben / mit Textsorten umgehen

RRK 2.1.3 Bibel

GS REV 2.2 Deuten (1)

GS REV 2.3 Urteilen (2)

GS REV 2.4 Kommunizieren und Dialogfähig-Sein

GS REV 3.1.3 Bibel (1)

GS REV 3.1.3 Bibel (2)

GS REV 3.1.3 Bibel (3)

GS REV 3.1.3 Bibel (4)

GS REV 3.2.3 Bibel (2)

GS REV 3.2.3 Bibel (3)

GS REV 3.2.3 Bibel (4)

MB 2 Medienanalyse

Gott

Die Schülerinnen und Schüler suchen, insbesondere vor dem Hintergrund herausfordernder Lebenssituationen, nach Halt und Antworten auf die Fragen ihres Lebens. Der Religionsunterricht unterstützt sie in diesem Prozess durch das Kennenlernen unterschiedlicher Gottesvorstellungen und bietet ihnen mithilfe biblischer Texte Möglichkeiten, das eigene Leben im Spiegel menschlicher Erfahrungen mit Gott zu betrachten. Die Schülerinnen und Schüler lernen Formen kennen, wie Menschen sich an Gott wenden, und reflektieren Erfahrungen von Gottes Gegenwart und Begleitung.

Denkanstöße

Wie können die Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, ihre eigenen Gottesvorstellungen zu äußern?
Wie geht der Religionsunterricht darauf ein, dass manche Menschen Gott ablehnen, an ihm zweifeln oder von ihm enttäuscht sind?
Wie werden die unterschiedlichen religiösen Sozialisationserfahrungen der Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht sensibel berücksichtigt?
Welche kreativen Zugänge (zum Beispiel Farben, Klänge, Legematerial) und Impulse (zum Beispiel Bilder, Filme, Bibelworte, Lieder, Gebete) zu biblischen Texten werden angeboten?
Wie bringen die Lehrkräfte eigene Vorstellungen authentisch als Modell ein?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
bringen im Vergleich mit anderen ihre eigenen Vorstellungen von Gott zum Ausdruck
stellen auf vielfältige Weise dar, wie die Bibel von Gott erzählt
gestalten Erfahrungen, die Menschen in der Bibel mit Gott machen, mit kreativen Mitteln
beschreiben Formen, wie sich Menschen an Gott wenden
beschreiben herausfordernde Lebenssituationen von Menschen sowie deren Fragen und Antworten im Hinblick auf Gottes Gegenwart
respektieren Gottesvorstellungen von anderen Menschen, die sich von ihren Vorstellungen unterscheiden

Beispielhafte Inhalte

biblische Vorstellungen von Gott (Barmherziger Vater: Lk 15,11ff; Begleiter: Rut; tröstende Mutter: Jes 66,13; Schöpfer: 1. Mose 1-2; Schutz: Ps 91,1)
Erfahrungen von Menschen mit Gott (Rut und Noomi: Rut 1-4; Elia: 1. Kön 19,1-13)
Menschen wenden sich an Gott (Gebet, Psalm, Lied, Tanz, Stille)
Im Leben nach Gott fragen (Staunen, Abschied, Streit, Ausgrenzung, Gewalt, Zweifel, Tod)
Gott in allem (Licht und Finsternis: Jes 45,7; Gethsemane: Mk 14,32-42)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
empfindet die Wärme der Sonne oder einer Lampe bewusst und drückt ihre/seine Empfindungen aus
singt mit Bewegungen ein Lied, das ein Gottesbild beschreibt (zum Beispiel: Gottes Liebe ist wie die Sonne)
setzt sich mit dem Lied und der Gottesvorstellung in einem selbst gestalteten (Boden‑)Bild kreativ auseinander
benennt Gottes Zuwendung in ihrem/seinem Leben und formuliert sie als Dank(‑Gebet)

Bezüge und Verweise

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

BSS 2.1.5 Tanzen, Gestalten, Darstellen

RRK 2.1.4 Gott

GS REV 2.1 Wahrnehmen und Darstellen (2)

GS REV 2.1 Wahrnehmen und Darstellen (3)

GS REV 2.2 Deuten (3)

GS REV 2.5 Gestalten und Handeln (2)

GS REV 2.5 Gestalten und Handeln (3)

GS REV 3.1.4 Gott (1)

GS REV 3.1.4 Gott (2)

GS REV 3.1.4 Gott (4)

GS REV 3.2.4 Gott (1)

GS REV 3.2.4 Gott (3)

BNE 3 Werte und Normen in Entscheidungssituationen

Jesus Christus

Der Religionsunterricht unterstützt die Schülerinnen und Schüler, sich mit Jesus Christus als Zentrum des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen. An exemplarischen Stationen seines Lebens entwickeln sie eine Vorstellung von Jesus Christus und eine eigene Haltung zum (christlichen) Glauben. Mithilfe biblischer Geschichten und Darstellungen in Medien lernen sie Jesus von Nazareth als Menschen kennen, und auf der Grundlage des Glaubenszeugnisses von Jesus als Christus werden sie ermutigt, selbstständig Bezüge zu ihrem eigenen Leben herzustellen.

Denkanstöße

Wie werden die aktuellen Befindlichkeiten der Schülerinnen und Schüler im Unterricht wahrgenommen und beachtet?
Wie und wo wird für die Schülerinnen und Schüler Nächstenliebe und ein „Stück“ Reich Gottes erfahrbar?
Wodurch wird die Gewissheit vermittelt, dass Jesus sich allen Menschen zuwendet?
Welche medialen (zum Beispiel Realien, Bilder, Modelle, Sachbücher, Kurzfilme) und gestalterischen Zugänge zum Thema werden angeboten (zum Beispiel Farben, Klänge, Ton, szenisches Spiel)?
Wie wird mit Heilungsgeschichten angesichts benachteiligter, behinderter und kranker Menschen in Klasse, Familie und Lebensumfeld sensibel umgegangen?
Wie thematisieren die Lehrkräfte, dass sich Jesus insbesondere Ausgegrenzten zuwendet?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
beschreiben bedeutsame Lebensverhältnisse zur Zeit Jesu
geben ausgewählte Jesusgeschichten wieder
gestalten mit kreativen Mitteln wichtige Stationen im Leben Jesu
erzählen von Menschen, die sich im Vertrauen auf Jesus mit ihm auf den Weg machen
zeigen mit vielfältigen Mitteln, wie im Neuen Testament von der Beziehung Jesu zu Gott erzählt wird
stellen verschiedene Ausdrucksformen für Zuwendung, Geborgenheit, Liebe und Vertrauen der Menschen untereinander und Jesu Zuwendung zu den Menschen dar
zeigen auf, wie Menschen aus dem Handeln und Reden Jesu Christi Ermutigung und Orientierung für ihr (Zusammen‑)Leben finden

Beispielhafte Inhalte

Alltagsleben zur Zeit Jesu (Alltag, Berufe, Tiere und Pflanzen, römische Besetzung)
religiöses Leben zur Zeit Jesu im Judentum (Sabbat, Pessach, Beten im Tempel)
Leben Jesu (Geburt: Lk 1-2; Mt 1,18-2,23; Taufe: Mk 1,9-11; Passion, Ostern und Himmelfahrt: Lk 19-24)
Reich Gottes und Gleichnisse (Senfkorn: Mk 4,30-32; Großes Gastmahl: Lk 14,15-24; Gütiger Vater: Lk 15,11-32)
Jesus wendet sich Menschen am Rand zu (Kindersegnung: Mk 10,13-16; Zachäus: Lk 19,1-10)
Wunder- und Heilungsgeschichten (Brotvermehrung: Joh 6,1-15; Heilung eines Gelähmten: Mk 2,1-12; Bartimäus: Mk 10,46-52)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
begrüßt Mitschülerinnen und ‑schüler mit unterschiedlichen Ritualen beziehungsweise wird begrüßt
spielt die Geschichte in Rollenspielen nach: Jesus sucht ausgestoßene und abgelehnte Menschen auf und macht sie zu seinen Freunden: Zöllner Zachäus
gestaltet eine Fotogeschichte zu Zachäus mit Legematerial und Figuren
schreibt und gestaltet einen Brief oder eine Textnachricht mit Gründen, ein Freund Jesu zu werden oder auch nicht zu werden

Bezüge und Verweise

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

G 2.1.1 Menschen und ihre Geschichte

KUW 2.1.1 Zugänge zu Kunst und Werken eröffnen

RRK 2.1.5 Jesus Christus

GS REV 2.2 Deuten (3)

GS REV 2.3 Urteilen (2)

GS REV 2.5 Gestalten (4)

GS REV 3.1.5 Jesus Christus (1)

GS REV 3.1.5 Jesus Christus (2)

GS REV 3.1.5 Jesus Christus (3)

GS REV 3.1.5 Jesus Christus (4)

GS REV 3.1.5 Jesus Christus (5)

GS REV 3.2.5 Jesus Christus (1)

GS REV 3.2.5 Jesus Christus (3)

GS REV 3.2.5 Jesus Christus (4)

GS REV 3.2.5 Jesus Christus (6)

BTV 4 Selbstfindung und Akzeptanz anderer Lebensformen

BTV 8 Formen interkulturellen und interreligiösen Dialogs

Kirche und Kirchen

Die Schülerinnen und Schüler kommen mit unterschiedlichen Vorerfahrungen von Kirche, Kirchenräumen und Religion in den Unterricht. Dieser hilft ihnen durch Hintergrundinformationen zu den Konfessionen, ihre Erfahrungen besser zu verstehen. Gleichzeitig bietet er vielfältige Möglichkeiten, durch Kirchen- und Gemeindeerkundungen sowie Erprobungen religiöser Praxis neue und gegebenenfalls erste Erfahrungen zu machen und diese zu reflektieren.

Denkanstöße

Wie kommen die Schülerinnen und Schüler darüber ins Gespräch, warum Religion in konfessionellen Gruppen unterrichtet wird?
Welche Gelegenheiten für die Zusammenarbeit mit dem Katholischen Religionsunterricht bieten sich an?
Wie werden die Schülerinnen und Schüler auf diesen besonderen Ort (zum Beispiel Stille, Atmosphäre) eingestimmt und vorbereitet?
Welche Bedeutung haben die kirchlichen Feste des Jahreskreises im Schulleben?
Wie stellt die Schule Kontakte zu den Kirchengemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrern und Mitarbeitenden her?
Welche Möglichkeiten haben die Schülerinnen und Schüler, Feste und Bräuche mit verschiedenen Sinnen zu begreifen und zu erleben?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
benennen verschiedene Konfessionen, denen Menschen angehören
beschreiben nach einer Erkundung (vor Ort) eine Kirche und ihre Gegenstände
erklären, warum in der Kirche Gottesdienste, Taufen oder Trauungen gefeiert werden
stellen dar, wie Feste und Festzeiten im Kirchenjahr gefeiert werden
gestalten religiöse Rituale im Unterricht sowie bei Schulfesten oder ‑feiern mit
erläutern die Bedeutung christlicher Symbole in ihrem Lebensbereich
stellen gelebte Ökumene an einem konkreten Beispiel dar

Beispielhafte Inhalte

Gegenstände in der Kirche (Altar, Taufbecken, Kanzel, Orgel, Architektur)
christliche Feste im Kirchenjahr (Advent, Nikolaustag, Weihnachten, Heilige Drei Könige/Epiphanias, Passion, Ostern, Pfingsten, Erntedank, Martinstag)
christliche Symbole (Kreuz, Kerze, Wasser, Brot, Taube, Fisch)
christliche Handlungen (Taufe, Abendmahl, Segen)
religiöse Rituale: Segensgesten, Stille, Musik, Gebetshaltungen, Anfangs- und Abschlussritual
Konfessionen und Ökumene (Gemeinsamkeiten, Unterschiede)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
nimmt beim Besuch einer Kirche den Raum (Geruch, Wärme, Bilder, Kerzen), die Orgelmusik und die Stille aktiv und bewusst wahr
macht haptische Erfahrungen mit Gegenständen im Kirchenraum und gestaltet mit ihnen ein Ritual
sucht und gestaltet einen Ort für dieses Ritual und dokumentiert ihn fotografisch
beschreibt die ausgewählten Gegenstände sowie ihre Bedeutungen und lässt sich auf die Vorbereitung und Feier eines Rituals mit unterschiedlichen Elementen (Gebet, Lied, Segen) ein

Bezüge und Verweise

SEL 2.1.4 Freizeit und Interessen

MUS 2.1.1 Musik erleben und wahrnehmen

MUS 2.1.2 Instrumentales Musizieren

RRK 2.1.6 Kirche

GS REV 2.1 Wahrnehmen und Darstellen (1)

GS REV 2.1 Wahrnehmen und Darstellen (2)

GS REV 2.2 Deuten (1)

GS REV 2.5 Gestalten und Handeln (2)

GS REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (1)

GS REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (2)

GS REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (3)

GS REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (4)

GS REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (5)

GS REV 3.2.6 Kirche und Kirchen (1)

GS REV 3.2.6 Kirche und Kirchen (2)

GS REV 3.2.6 Kirche und Kirchen (3)

BNE 5 Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung

Religionen

Die Schülerinnen und Schüler begegnen in ihrer Lebenswelt, in Medien und Schule Menschen, die anderen Religionen angehören oder unterschiedliche Weltanschauungen vertreten. Der Unterricht fördert die interreligiöse Begegnung und unterstützt die Schülerinnen und Schüler darin, einen wertschätzenden Umgang mit Menschen anderer Religionen zu entwickeln. Er hilft ihnen, ein angemessenes Grundverständnis für sie aufzubauen. Im Vordergrund stehen in der Grundstufe die Religionen, die ihnen in ihrer Lebenswelt begegnen, insbesondere die abrahamitischen Religionen Judentum, Islam und Christentum.

Denkanstöße

Wie informieren sich die Lehrkräfte über die Religion und Weltanschauung ihrer Schülerinnen und Schüler?
Wie wird es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Fremdheitserfahrungen auszudrücken, ihre Ängste und Vorurteile gegenüber Fremden zur Sprache zu bringen und sich damit auseinanderzusetzen?
Wie werden die unterschiedlichen religiösen und kulturellen Ausdrucksformen im Schulalltag berücksichtigt?
Wie findet ein interreligiöser Kalender im Schulalltag Beachtung?
Unter welchen Bedingungen und in welcher Form sind gemeinsame Feiern möglich?
Wie werden an der Schule Möglichkeiten eines wertschätzenden Miteinanders der Kulturen und Religionen gefördert?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
beschreiben Ausdrucksformen gelebter Religion und Weltanschauung in ihrem Lebensumfeld
stellen Merkmale einer Religion auf vielfältige Weise dar
vergleichen ausgewählte Aspekte einer Religion des eigenen Lebensumfelds mit dem Christentum
begegnen Menschen anderer Religionszugehörigkeit und deren Glaubenspraxis beziehungsweise Menschen ohne Religionszugehörigkeit respektvoll
benennen einzelne Elemente aus der Glaubenspraxis von Juden und Muslimen
erklären die Bedeutung von Festen und Ritualen einer anderen Religion

Beispielhafte Inhalte

Judentum (Tora, Sabbat, Feste)
Islam (Mohammed und Koran; Bekenntnis, Gebete, Wohltätigkeit, Fasten, Pilgerfahrt)
ausgewählte Aspekte einer Religion (Gegenstände, Feste, Gebetspraxis, Geistliche oder Personen)
Orte anderer Religionen (Synagoge und Moschee)
interreligiöse Begegnung, Austausch und Feiern
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der eigenen und einer anderen Religion

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
besucht eine Synagoge oder Moschee und nimmt die Räume aktiv wahr (Geruch, Atmosphäre, Bilder, Gegenstände, Töne, Klänge)
setzt sich mit Gebetshaltungen auf vielfältige Weise auseinander und tauscht sich aus
gestaltet ein Modell des Gottes- beziehungsweise Versammlungshauses und der Gegenstände darin
beschriftet das Modell und beschreibt an einem Beispiel Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Vergleich zum christlichen Kirchengebäude

Bezüge und Verweise

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

SOZ 2.1.3 Kommunikation

RRK 2.1.7 Religionen

GS REV 2.1 Wahrnehmen und Darstellen (1)

GS REV 2.1 Wahrnehmen und Darstellen (2)

GS REV 2.3 Urteilen (3)

GS REV 3.1.7 Religionen (1)

GS REV 3.1.7 Religionen (2)

GS REV 3.1.7 Religionen (3)

GS REV 3.2.7 Religionen (1)

GS REV 3.2.7 Religionen (2)

GS REV 3.2.7 Religionen (3)

BTV 1 Personale und gesellschaftliche Vielfalt

BTV 8 Formen interkulturellen und interreligiösen Dialogs

LFDB S. 46: Achtung Andersdenkender oder -gläubiger als grundlegendes Prinzip [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Hauptstufe

Mensch

Die Lehrkräfte nehmen die Lebensherausforderungen ihrer Schülerinnen und Schüler achtsam wahr und ermöglichen ihnen, ihre Erfahrungen religiös zu deuten und sie mit anderen auszutauschen. In einer vertrauensvollen Atmosphäre erhalten sie Gelegenheit, ihre persönlichen Fragen im Horizont biblischer Zeugnisse zu bearbeiten. Sie werden unterstützt, ihre Selbstwahrnehmung sowie ihr Leben in der Gemeinschaft zu bedenken und hilfreiche Formen des Umgangs mit Verletzungen und Schuld zu entwickeln. Sie erhalten vielfältige Gelegenheiten, sich mit Fragen nach ihren Begabungen, ihrer Zukunft und dem Sinn des Lebens auseinanderzusetzen.

Denkanstöße

Wie informiert sich die Lehrkraft über einzelne Schülerinnen und Schüler, über ihre Situation in Familie und Klasse, ihre Stärken und Schwächen?
Wie schafft der Unterricht eine respektvolle und vertrauensvolle Atmosphäre, die dazu ermutigt, von sich selbst zu sprechen?
Wie werden im Unterricht aktuelle existenzielle Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen (zum Beispiel Armut, Zukunft, Enttäuschung, Konflikt, Veränderung, Erwachsenwerden)?
Inwiefern sind die Lehrkräfte auf Fragen nach Leid, Tod und Trauer vorbereitet?
Wie ermöglichen die Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern, ihr eigenes Verhalten im Spiegel christlicher Umgangsformen zu betrachten?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
drücken mithilfe verschiedener Medien menschliche Grunderfahrungen sowie ihre eigenen Erfahrungen aus
formulieren angesichts eigener Erlebnisse oder Umbruchsituationen ihre persönlichen Fragen nach dem Sinn des Lebens
bringen mithilfe biblischer Geschichten zum Ausdruck, wie Gott zum Menschen steht
gestalten mit kreativen Mitteln ihre eigenen Antworten auf Lebensfragen und die Antworten des christlichen Glaubens
bringen mit ausgewählten Bibel- und Psalmworten menschliche Gefühle und Anliegen zum Ausdruck
gestalten im Blick auf ihre Begabungen ein Bild von ihrer (beruflichen) Zukunft

Beispielhafte Inhalte

Bibelaussagen zum Menschen (Gottebenbildlichkeit: 1. Mose 1,27; Geschlechtlichkeit: 1. Mose 2,18-25; Gottes Liebe: Röm 8,38f)
Identität: Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung
menschliche Gefühle in Lebenssituationen (Stolz, Freude, Versagen, Klage, Trauer, Wut, Dank, Angst, Vertrauen, Sehnsucht, Scham, Ohnmacht)
Umgang mit Grenzen (Gelingen und Versagen; Schuld und Versöhnung: Lk 15,11-32; Ausgrenzung und Dazugehören: 1. Kor 12,12ff; Krankheit und Leid: Hiob, der bittende Freund Lk 11,5-10)
Zukunfts- und Berufsfragen (Talente: Lk 19,11-27; Verschiedene Gaben: 1. Kor 12,1-2; Zukunftssorgen: Mt 6,25ff)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
nimmt Bilder oder Videos von menschlichen Gefühlen wie Freude, Trauer oder Wut visuell wahr und singt dazu passende Lieder
fotografiert zu diesen Gefühlen Gesichter mit Mimiken
stellt die Gefühle in einem Standbild mit Mimik und Gestik dar
schreibt zu Wortkarten mit Gefühlen eigene Erlebnisse und stellt so einen persönlichen Lebensbezug her

Bezüge und Verweise

ARB 2.1.2 Erfahrung mit Arbeit und Berufsorientierung

PER 2.1.2 Selbstregulation und Selbststeuerung

PER 2.1.4 Identität und Selbstbild

SOZ 2.1.3 Kommunikation

BK 2.1.2 Bearbeitung, Manipulation und (Neu-)Gestaltung

BNT 2.1.1 Mensch

RRK 2.1.1 Mensch

WBO 2.1.3 Wege in die Berufsfindung / Wege in die Arbeitswelt

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (2)

SEK1 REV 2.5 Gestaltungsfähigkeit (1)

SEK1 REV 2.5 Gestaltungsfähigkeit (2)

SEK1 REV 2.5 Gestaltungsfähigkeit (3)

SEK1 REV 3.1.1 Mensch (1)

SEK1 REV 3.1.1 Mensch (2)

SEK1 REV 3.1.1 Mensch (3)

SEK1 REV 3.1.1 Mensch (4)

SEK1 REV 3.2.1 Mensch (2)

SEK1 REV 3.2.1 Mensch (3)

SEK1 REV 3.2.1 Mensch (4)

BTV 3 Toleranz, Solidarität, Inklusion, Antidiskriminierung

BTV 4 Selbstfindung und Akzeptanz anderer Lebensformen

PG 1 Wahrnehmung und Empfindung

LFDB S. 46: Menschenrechte und Menschenwürde [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Welt und Verantwortung

Der Religionsunterricht bietet den Schülerinnen und Schülern mit biblischen Geschichten und Vorbildern ein modellhaftes Verhalten für ein friedliches, gleichberechtigtes Zusammenleben an. Er schafft Gelegenheiten, gerechtes Handeln selbst zu erproben und die Konsequenzen des eigenen Verhaltens kritisch zu reflektieren, sodass christlich motivierte Verantwortung für das eigene Handeln und die Umwelt von den Schülerinnen und Schülern zunehmend selbst übernommen werden kann.

Denkanstöße

Wie ist Religionsunterricht an der Erarbeitung von Schul- und Klassenregeln beteiligt?
Wie wird der analogen und digitalen Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler Rechnung getragen?
Welche Möglichkeit erhalten die Schülerinnen und Schüler, eigene Erfahrungen und Fragestellungen einzubringen?
Wie finden Grundprinzipien der Bewahrung der Schöpfung und der Wahrung des Friedens im Schullalltag Berücksichtigung?
Welchen Beitrag leistet das Fach Religion bei Projekten, die diese Grundprinzipien zum Thema machen?
Wie wird das soziale Miteinander der Schülerinnen und Schüler unterstützt?
Wo wird den Schülerinnen und Schülern Eigenverantwortung zugetraut und übertragen?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
setzen die Deutung der Welt als Gottes Schöpfung in Beziehung zu anderen, insbesondere naturwissenschaftlichen Welterklärungen
beschreiben selbst erfahrene Beispiele für Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in ihrem Lebensumfeld
erproben und vergleichen im schulischen Umfeld verschiedene Handlungsmuster der Vergebung und Versöhnung
stellen die Bedeutung biblischer Weisungen für das eigene Leben dar
nennen Beispiele für nachhaltiges und friedliches Handeln
übernehmen in der nahen oder fernen Umgebung christlich reflektierte Verantwortung für Welt und Mitmenschen
nehmen in einem konkreten Projekt ethische Herausforderungen unter den Aspekten Nächstenliebe und Solidarität wahr

Beispielhafte Inhalte

Gefährdung und Bewahrung der Schöpfung (1.Mose 2,15; Flut und Versprechen an Noah: 1.Mose 6-9 in Auswahl)
nachhaltiges Handeln (verantwortlicher Umgang mit Energie, Wasser, Lebensmitteln, Tieren und Pflanzen, Konsum)
miteinander leben (Zehn Gebote: 2. Mose 20; Goldene Regel: Mt 7,12; Barmherziger Samariter: Lk 10,25-37)
Gerechtigkeit (Bergpredigt: Mt 5-7; Exodus: 2. Mose 1-20; Option für die Armen: Amos 8,4-10)
Frieden (Schalom: Jes 11,1-9; Friedensstifter: Mt 5,9)
ethische Herausforderungen: Armut, Krieg, Sexualität, Gleichstellung, Diversität, Online-Verhalten, Lebensanfang und Lebensende

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
spürt zunächst Kälte und dann (in eine warme, kuschelige Decke eingewickelt) Schutz und Wärme
spielt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter mit Figuren nach und fühlt sich selbst in die Rolle des Schutzlosen ein
erstellt Bilder zur visuellen Begleitung des Gleichnisses
spielt die Geschichte in der heutigen Zeit nach und/oder schreibt eine eigene Geschichte dazu

Bezüge und Verweise

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

SOZ 2.1.2 Beziehungen gestalten und pflegen

SOZ 2.1.3 Kommunikation

BNT 2.1.2 Tiere und Pflanzen

BNT 2.1.3 Naturwissenschaftliche Phänomene

GK 2.1.1 Demokratie leben

GK 2.1.3 Leben in der globalen Gesellschaft

RRK 2.2.2 Welt und Verantwortung

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (1)

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (4)

SEK1 REV 2.4 Gestaltungsfähigkeit (1)

SEK1 REV 2.4 Gestaltungsfähigkeit (3)

SEK1 REV 2.4 Gestaltungsfähigkeit (4)

SEK1 REV 3.2.2 Welt und Verantwortung (2)

SEK1 REV 3.3.2 Welt und Verantwortung (1)

BNE 3 Werte und Normen in Entscheidungssituationen

BNE 7 Friedensstrategien

BTV 2 Wertorientiertes Handeln

Bibel

Die jüdisch-christliche Bibel ist als Gottes- und Menschenwort auch eine Lebenshilfe. Der Religionsunterricht ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, nicht nur über die Bibel, ihre Entstehung und ihren Aufbau etwas zu erfahren, sondern auch mit ihr und durch sie zu lernen. Er hilft ihnen, sich selbstständig in der Bibel zurechtzufinden, um eigenen Fragen gezielt nachgehen zu können. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Gelegenheit, sich mit grundlegenden Erzählungen und Texten der Bibel vertraut zu machen, mit ihnen ihre Erfahrungen zu deuten und Antworten auf ihre Lebensfragen zu finden.

Denkanstöße

Wie werden die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit der besonderen Bedeutung der Bibel als „Heilige Schrift“ der Christen vertraut gemacht?
Welche Zugangsmöglichkeiten haben die Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Bibeln (zum Beispiel Hörbibeln, Bilderbibeln oder digitale Bibeln)?
Wie gehen die Lehrkräfte im Unterricht mit der Bibel um?
Wie wird den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, dass sie anhand der biblischen Geschichten Hilfe für ihr Leben erfahren können?
Welche außerschulischen Lernorte werden aufgesucht, an denen die Schülerinnen und Schüler Symbolen und Darstellungen aus biblischen Geschichten begegnen?
Wie werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Schriftreligionen thematisiert?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
beschreiben die Bibel als eine vielfältige Sammlung von Büchern und Schriften
stellen die Entstehung und Bedeutung der Bibel dar
finden mithilfe von Bibelstellen, Bibellexika, Online-Ressourcen ausgewählte Bibeltexte oder Inhalte
erzählen auf der Grundlage biblischer Geschichten ihre eigenen Geschichten
gestalten biblische Texte in eigenen Ausdrucksformen
zeigen an Beispielen aus der Kunst (bildende Kunst, Musik, Theater, Literatur) die Bedeutung biblischer Texte auf
identifizieren in biblischen Erzählungen Aspekte von Glauben, Hoffnung, Protest oder Zugehörigkeit

Beispielhafte Inhalte

Aufbau des Alten und Neuen Testaments
Entstehung, Überlieferung und Übersetzung der Bibel
Bibeltexte und Inhalte der Bibel finden (in Evangelien; 10 Gebote)
Bedeutung der Bibel (im Gottesdienst; mit Psalmen beten, Lebensbegleiter, Tauf- und Konfirmationsspruch)
Geschichten von Glauben, Hoffnung, Protest und Zugehörigkeit (Josef: 1. Mose 37-50; Mose: 2. Mose; David: 1. Sam 16; 2. Sam 5 in Auszügen; Ostern: Lk 19,28ff; 22-24)
Heilige Schriften anderer Religionen (Islam: Koran; Judentum: Tora)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
erfühlt verschiedene Symbole der Ostergeschichte wie Kelch, Kreuz, Stein, Dornenkrone oder Leinentuch und drückt ihre/seine Gefühle (in Farben oder Körpersprache) aus
gestaltet die Ostergeschichte als Weg oder Ostergarten
erzählt die Ostergeschichte in eigenen Worten nach
schreibt eigene Gedanken auf und ordnet sie der gestalteten Ostergeschichte zu

Bezüge und Verweise

SOZ 2.1.5 Medienkompetenz

BK 2.1.2 Bearbeitung, Manipulation und (Neu-)Gestaltung

D 2.2.1 Sprache und Texte erleben / mit Textsorten umgehen

G 2.1.2 Epochen und deren Bedeutung für die Gegenwart

RRK 2.2.3 Bibel

SEK1 REV 2.2 Deutungsfähigkeit (1)

SEK1 REV 2.2 Deutungsfähigkeit (3)

SEK1 REV 2.2 Deutungsfähigkeit (4)

SEK1 REV 3.1.3 Bibel (1)

SEK1 REV 3.1.3 Bibel (2)

SEK1 REV 3.1.3 Bibel (4)

SEK1 REV 3.2.3 Bibel (1)

MB 2 Medienanalyse

MB 3 Information und Wissen

Gott

Die Schülerinnen und Schüler erhalten im Religionsunterricht Möglichkeiten, die Welt theologisch zu deuten. Sie setzen sich mit der Glaubensüberzeugung auseinander, dass die Welt, der Mensch und somit auch sie selbst von Gott geschaffen und gewollt sind. Gerade in ihrer Situation als Schülerin oder Schüler, die vielfach mit Versagenserlebnissen und Ausgrenzungen unterschiedlicher Art konfrontiert sind, werden ihnen christliche Vorstellungen angeboten, ihr Selbstbild zu stärken und von gesellschaftlichen Zuschreibungen zu befreien. Die Schülerinnen und Schüler kennen unterschiedliche Aussagen über Gott aus biblischen Bildworten und Gleichnissen und setzen sich mit widersprüchlichen Gotteserfahrungen kritisch auseinander.

Denkanstöße

Wie werden die Schülerinnen und Schüler ermutigt, eigene Gottesvorstellungen zu entwickeln und zu äußern?
Wie geht Religionsunterricht auf die Erfahrungen ein, dass es Menschen gibt, die nicht an Gott glauben?
Wie geht die Lehrkraft mit Zweifeln und atheistischen Haltungen von Schülerinnen und Schülern um?
Wie bringen die Lehrkräfte ihre eigenen Vorstellungen, Fragen, Zweifel und Antworten auf Schülerfragen ein?
Wie können die Schülerinnen und Schüler unterstützt werden, die sozialrevolutionäre Kraft von Gottesvorstellungen zu entdecken?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
bringen ihre Fragen an Gott und mögliche Antworten auf vielfältige Weise zum Ausdruck
stellen den biblischen Glauben an Gott, den Schöpfer, in kreativen Ausdrucksformen dar
bringen den Konflikt kreativ zum Ausdruck, dass Menschen, die Gutes tun, auch Negatives widerfahren kann
gestalten Besonderheiten des christlichen Gottesverständnisses aus ihrer Perspektive
gestalten ihren Umgang mit der Theodizeefrage, warum ein guter, allmächtiger Gott das Übel in der Welt zulässt
setzen verschiedene Lebenssituationen mit Formen der Hinwendung zu Gott (Bitte, Dank, Klage, Lob) in Beziehung

Beispielhafte Inhalte

verschiedene Gottesbilder (eigene Bilder, Bilder der Kunst)
biblische Gottesbilder (Hand: Ps 31,16; Haus: Ps 92,13f; Quelle: Ps 36,10, Offb 21,6; Fels und Burg: 2. Sam 22,2)
Gebet (Vater unser: Mt 6,9-13; Klage, Lob, Bitte, Dank)
Formen der Gottesbeziehung: Staunen und Dank, Lob, Feier, Erzählungen
Fragen zu Gott: Wo ist er? Gibt es ihn überhaupt? Wie wirkt er?
der gnädige und gerechte Gott (Ps 23; Amos 5,4)
Theodizee (Hiob in Auszügen)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
erlebt einzelne Gebärden zum Gebet
erprobt Bewegungen zu unterschiedlichen Gebetsanliegen
bereitet zu einem ausgewählten Gebetsanliegen eine Spielszene vor und führt sie durch
findet Symbole für einzelne Gebetsanliegen, die mit allen Sinnen erlebt werden können, und führt dies den anderen vor

Bezüge und Verweise

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

AES 2.1.4 Lebensbewältigung und Lebensgestaltung

MUS 2.2.1 Singen – Musizieren – Musik erleben

RRK 2.2.4 Gott

SPO 2.1.5 Tanzen, Gestalten, Darstellen

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (1)

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (2)

SEK1 REV 3.1.4 Gott (1)

SEK1 REV 3.1.4 Gott (2)

SEK1 REV 3.1.4 Gott (3)

SEK1 REV 3.1.4 Gott (4)

SEK1 REV 3.2.4 Gott (1)

SEK1 REV 3.2.4 Gott (2)

BNE 3 Werte und Normen in Entscheidungssituationen

Jesus Christus

Jesus setzte sich insbesondere für rechtlose Kinder und Menschen am Rand der Gesellschaft ein. Für die Schülerinnen und Schüler ist dies in den krisenhaften Phasen der Pubertät und am Ende der Schulzeit von besonderer Bedeutung. Gerade im angstbesetzten Blick auf die Zukunft unterstützt der Unterricht die Schülerinnen und Schüler, in der Auseinandersetzung mit dem Handeln Jesu und durch Gottvertrauen in ihrem Leben Halt, Orientierung und Zuversicht zu finden.

Denkanstöße

Wie werden die aktuellen Befindlichkeiten der einzelnen Schülerinnen und Schüler im Unterricht wahrgenommen und beachtet?
Wie ermöglichen die Lehrkräfte, dass die Schülerinnen und Schüler den Bogen von der biblischen Botschaft zu ihrem Alltag spannen können?
Wie und wo wird für die Schülerinnen und Schüler Nächstenliebe erfahrbar?
Wie erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Leistung nicht der alleinige Maßstab ist, an dem sie gemessen werden?
Wodurch wird ihnen die Gewissheit vermittelt, dass Jesus sich allen Menschen zuwendet?
Mit welchen Medien erleichtern die Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern, sich die Lebenswelt Jesu vorzustellen?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
benennen in den Evangelien beispielhaft Jesu Verbindung und Umgang mit der jüdischen Tradition
gestalten mithilfe von biblischen Berufs- und Berufungsgeschichten eigene Zukunftsperspektiven
stellen Jesu Verhalten gegenüber Gott und den Menschen anhand von Gleichnissen, Begegnungs- und Berufungsgeschichten dar
beschreiben, wie Jesus Menschen mit ihren Stärken und Schwächen akzeptiert und ihnen ohne Vorbehalte begegnet
bringen kreativ zum Ausdruck, wie Christen an die Auferstehung Jesu Christi glauben und dadurch über den Tod hinaus Hoffnung finden
erzählen mit Medien, wie Jesus Christus Menschen damals und heute zur Nachfolge einlädt

Beispielhafte Inhalte

Stationen im Leben Jesu (Beschneidung: Lk 2,41-52; Taufe: Mk 1,9-11; Auftrag: Lk 4,16-20; (Sabbat‑)Konflikt: Mk 2,23-27; Christusbekenntnis: Mk 8,27-30; Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt: Mk 14-16)
Wunder- und Heilungsgeschichten (Sturmstillung: Mk 4,35-41; Heilung des Gelähmten: Mt 9,1-8)
Reich Gottes (Gleichnisse: Mt 18; Arbeiter im Weinberg: Mt 20,1-16)
Berufungsgeschichten (erste Jünger: Mk 1, 16-20; Levi: Mk 2, 13-17)
Vorbilder und Nachfolge (Paulus, Martin Luther King, Margarete und Paul Schneider, Nancy L. Eiesland, Malala Yousafzai)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
hört zur Geschichte der Sturmstillung die Geräusche des Sturms, spürt den Wind und sieht Bilder zu der Geschichte
bastelt ein Boot, lässt es im Wasser schwimmen und stellt mit einem Ventilator den Sturm dar
spielt die Geschichte mit dem Boot nach
überlegt selbst, wann sie/er Angst hat und was die Sturmstillung Jesu in ihrem/seinem Leben bedeuten könnte

Bezüge und Verweise

ARB 2.1.1 Erfahrung mit Arbeit und Berufsorientierung

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

G 2.1.1 Menschen und ihre Geschichte

RRK 2.2.5 Jesus Christus

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (1)

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (3)

SEK1 REV 2.3 Urteilsfähigkeit (3)

SEK1 REV 3.1.5 Jesus Christus (2)

SEK1 REV 3.1.5 Jesus Christus (3)

SEK1 REV 3.2.5 Jesus Christus (2)

SEK1 REV 3.2.5 Jesus Christus (3)

SEK1 REV 3.2.5 Jesus Christus (4)

BO 3 Einschätzung und Überprüfung eigener Fähigkeiten und Potenziale

BTV 2 Wertorientiertes Handeln

BTV 4 Selbstfindung und Akzeptanz anderer Lebensformen

Kirche und Kirchen

Die Schülerinnen und Schüler lernen die großen Kirchen, die Unterscheidung der Konfessionen sowie die Ökumene und ihre diakonisch-karitative Arbeit näher kennen. Anhand von ausgewählten, für sie und die Gegenwartskultur bedeutsamen Aspekten, erkunden sie, wie sich diese (kirchen-)geschichtlich entwickelt haben. Der Unterricht bietet den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten, sich selbst bei der Planung und Durchführung von Schülergottesdiensten als wirksam zu erleben und die eigene religiöse Praxis kritisch zu reflektieren.

Denkanstöße

Welche Vorbereitungen werden getroffen, damit die Schülerinnen und Schüler angemessen am Schulgottesdienst beteiligt werden?
Wie werden religiöse Feiern im Schulalltag differenzsensibel eingebracht und gestaltet?
Wie finden Feste des Kirchenjahres religionssensibel Eingang in das Schulleben?
Welche Formen der ökumenischen Kooperation werden an der Schule praktiziert und weiterentwickelt?
Wie stellt die Schule Kontakt zu den Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften her?
Wie werden bei Lerngängen und Klassenfahrten auch Ziele mit religiöser Dimension berücksichtigt (zum Beispiel Kirchen, Klöster, Synagogen, Moscheen oder soziale Einrichtungen)?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
benennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen evangelischer und römisch-katholischer Kirche
recherchieren konfessionelle und ökumenische Beispiele kirchlichen Lebens in der heutigen Zeit
stellen Beispiele kirchlicher und diakonischer Arbeit anschaulich und nachvollziehbar dar
beschreiben an exemplarischen Stationen ausgewählte Entwicklungen der Kirchengeschichte
stellen die Bedeutung eines Sakraments oder einer zentralen Feier im Christentum dar
planen, feiern und reflektieren Schulgottesdienste und Feste im Jahreskreis

Beispielhafte Inhalte

Entstehung der christlichen Gemeinde (Missionsbefehl: Mt 28,18-20; Jesu Taufe: Mk 1,9-11; erste Gemeinde: Apg 1; 2,42-47; 4,32-35; 6)
Kirchengeschichte (Alte Kirche, Reformation, Drittes Reich, Kirche heute)
kirchliche und diakonische Arbeit (Gottesdienst, Jugendarbeit, Seelsorge, Kirche online, Diakonie)
In Gemeinschaft leben (Leib Christi: 1. Kor 12,12-31)
Ökumene mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden (Kirchenraum, Amtsverständnis, Gesten, Glaubenspraxis, Gottesdienst, Sakramente, Kirchenmusik)
Konfirmation und Firmung

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
nimmt Aspekte eines Gewitters wahr (Regen, Wind, Donner, Kälte) oder sieht sich diese Szene aus einem Lutherfilm an
spielt die Erfahrung Luthers mit einem Blitz/Gewitter nach
betrachtet unterschiedliche Bilder von Martin Luther und dem Leben als Mönch
schreibt als Martin Luther nach seiner reformatorischen Erkenntnis einen Brief an seine Eltern und erklärt ihnen, warum er nun Frieden mit Gott gefunden hat

Bezüge und Verweise

SOZ 2.1.2 Beziehungen gestalten und pflegen

G 2.1.1 Menschen und ihre Geschichte

G 2.1.2 Epochen und deren Bedeutung für die Gegenwart

MUS 2.1.1 Singen – Musizieren – Musik erleben

RRK 2.2.6 Kirche

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (2)

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (3)

SEK1 REV 2.3 Urteilsfähigkeit (2)

SEK1 REV 2.3 Urteilsfähigkeit (3)

SEK1 REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (1)

SEK1 REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (2)

SEK1 REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (3)

SEK1 REV 3.1.6 Kirche und Kirchen (4)

SEK1 REV 3.2.6 Kirche und Kirchen (1)

SEK1 REV 3.2.6 Kirche und Kirchen (2)

BNE 5 Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung

BTV 1 Personale und gesellschaftliche Vielfalt

Religionen und Weltanschauungen

In der heutigen globalisierten, multikulturellen Welt ist es für die Schülerinnen und Schüler von Bedeutung, unterschiedliche Religionen und ihre zentralen Inhalte und Praxisformen zu kennen. Dies ist die Grundlage für ein friedliches Miteinander. Ein kenntnisreiches Verständnis füreinander wird im Religionsunterricht angebahnt. Religionsunterricht ermöglicht Begegnungen mit Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen. Er trägt dazu bei, bestehende Vorurteile abzubauen und ein respektvolles Miteinander einzuüben.

Denkanstöße

Welche Begegnungsmöglichkeiten mit anderen Religionen werden geschaffen?
Wie werden die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Weltanschauungen und Glauben im Schulalltag berücksichtigt?
Wie unterstützt die Schule gemeinsame Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler verschiedener Religionsgemeinschaften beziehungsweise Weltanschauungen?
Wie finden christliche und nichtchristliche Feste und Feiern in der Schule Berücksichtigung?
Wie verschaffen sich die Lehrkräfte Einblick in einen interreligiösen Festkalender?
Wie fördert die Schule Begegnungen mit Menschen unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher Weltanschauungen?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
beschreiben religiöse Praxisformen in Christentum, Judentum und Islam
erzählen, welche Rolle Abraham in den drei monotheistischen Religionen spielt
stellen dar, welche gemeinsamen Vorstellungen vom Umgang der Menschen untereinander Religionen und Weltanschauungen haben
vergleichen mithilfe eines interreligiösen Kalenders christliche, muslimische und jüdische Feste
verhalten sich achtsam und tolerant gegenüber Angehörigen anderer Religionen und Weltanschauungen

Beispielhafte Inhalte

religiöse Praxis im Islam (Umgang mit dem Koran, Bedeutung von Gebäuden, Überzeugungen, Feste und Gebräuche)
religiöse Praxis im Judentum (Umgang mit der Tora, Bedeutung von Gebäuden, Überzeugungen, Feste und Gebräuche)
religiöse Praxis in Hinduismus und Buddhismus (Umgang mit heiligen Schriften, Bedeutung von Gebäuden, Überzeugungen, Feste und Gebräuche)
religiöse und weltanschauliche Phänomene (Atheismus, Agnostizismus, Okkultismus, Multireligiosität, Patchwork-Religiosität)
Das Leben Abrahams (1. Mose 12-25 in Auszügen; Koran: Sure 19,41-47; Sure 11, 69-73; Sure 2,124-136)
gemeinsame ethische Grundlagen von Religionen und Weltanschauungen (Weltethos) und religiöser Fundamentalismus (Krieg, Gewalt, Zwang, Fanatismus)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
sieht sich die heiligen Schriften der Christen, Juden und Muslime an und lässt diese auf sich wirken
vollzieht Stationen des Lebens Abrahams in Bildern nach
beschreibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Geschichten von Abraham, Ismael und Hagar in den drei Religionen
vergleicht Geschichten über Abraham in religiösen Texten unterschiedlicher Religionen

Bezüge und Verweise

ARB 2.1.1 Grundhaltungen und Schlüsselqualifikationen

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

GK 2.1.2 Leben in der Gemeinschaft / Zusammenleben in sozialen Gruppen

RRK 2.2.7 Religionen und Weltanschauungen

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (1)

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (2)

SEK1 REV 2.1 Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (3)

SEK1 REV 2.4 Dialogfähigkeit (1)

SEK1 REV 2.4 Dialogfähigkeit (2)

SEK1 REV 2.4 Dialogfähigkeit (3)

SEK1 REV 2.4 Dialogfähigkeit (4)

SEK1 REV 3.1.7 Religionen und Weltanschauungen (1)

SEK1 REV 3.1.7 Religionen und Weltanschauungen (2)

SEK1 REV 3.1.7 Religionen und Weltanschauungen (3)

SEK1 REV 3.2.7 Religionen und Weltanschauungen (1)

SEK1 REV 3.2.7 Religionen und Weltanschauungen (4)

BTV 3 Toleranz, Solidarität, Inklusion, Antidiskriminierung

BTV 8 Formen interkulturellen und interreligiösen Dialogs

MB 3 Information und Wissen

LFDB S. 46: Achtung Andersdenkender oder -gläubiger als grundlegendes Prinzip [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Anhang

Verweise

Das Verweissystem im Bildungsplan für Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt Lernen unterscheidet acht verschiedene Verweisarten. Diese werden durch unterschiedliche Symbole gekennzeichnet:

Bezüge und Verweise
Bezüge und Verweise
  • Verweis auf ein Lebensfeld
  • Verweis auf Fächer/Fächergruppen innerhalb des Plans
  • Verweis auf die prozessbezogenen Kompetenzen aus dem Bildungsplan 2016
  • Verweis auf die inhaltsbezogenen Kompetenzen aus dem Bildungsplan 2016
  • Verweis auf eine Leitperspektive aus dem Bildungsplan 2016
  • Verweis auf den Leitfaden Demokratiebildung
  • Verweis auf den Rechtschreib- oder Grammatikrahmen
  • Verweis auf sonstiges Dokument

Im Folgenden wird jeder Verweistyp beispielhaft erläutert:

Beispielhafte Erläuterung der Verweistypen
Verweise Erläuterung
ARB 2.1.1 Grundhaltungen und Schlüsselqualifikationen Verweis auf ein Lebensfeld: Arbeitsleben, Kompetenzfeld 2.1.1 Grundhaltungen und Schlüsselqualifikationen
BSS 2.1.4 Bewegen an Geräten Verweis auf ein Fach: Bewegung, Spiel und Sport, Kompetenzfeld 2.1.4 Bewegen an Geräten
GS D 2.1 Sprechen und Zuhören 1 Verweis auf eine prozessbezogene Kompetenz aus dem Bildungsplan der Grundschule, Fach Deutsch, Bereich 2.1 Sprechen und Zuhören, Teilkompetenz 1
SEK1 MUS 3.1.3 Musik reflektieren Verweis auf Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen aus dem Bildungsplan der Sekundarstufe I, Fach Musik, Bereich 3.1.3 Musik reflektieren
BNE Demokratiefähigkeit Verweis auf eine Leitperspektive BNE = Bildung für nachhaltige Entwicklung, zentraler Aspekt Demokratiefähigkeit
LFDB S. 43 Verweis auf den Leitfaden Demokratiebildung, Seite 43
RSR S. 25-30 Verweis auf den Rechtschreibrahmen, Seite 25-30

Es wird vorrangig auf den Bildungsplan der Grundschule und der Sekundarstufe I verwiesen. Der Bildungsplan des Gymnasiums ist dabei mitbedacht, aus Gründen der Übersichtlichkeit werden diese Verweise nicht gesondert aufgeführt.

Abkürzungen

Abkürzungen der Lebensfelder
Lebensfelder des Bildungsplans für Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonder-pädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
PER Personales Leben
SEL Selbstständiges Leben
SOZ Soziales und gesellschaftliches Leben
ARB Arbeitsleben
Abkürzungen der Leitperspektiven
Allgemeine Leitperspektiven
BNE Bildung für nachhaltige Entwicklung
BTV Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt
PG Prävention und Gesundheitsförderung
Themenspezifische Leitperspektiven
BO Berufliche Orientierung
MB Medienbildung
VB Verbraucherbildung
LFDB Leitfaden Demokratiebildung
Abkürzungen der Schularten der Bildungspläne 2016
Bildungspläne 2016
GS Bildungsplan der Grundschule
SEK1 Gemeinsamer Bildungsplan für die Sekundarstufe I
GYM Bildungsplan des Gymnasiums
GMSO Bildungsplan der Oberstufe an Gemeinschaftsschulen
Abkürzungen der Fächer
Fächer
AES Alltagskultur, Ernährung und Soziales
BMB Basiskurs Medienbildung
BSS Bewegung, Spiel und Sport
BK Bildende Kunst
BIO Biologie
BNT Biologie, Naturphänomene und Technik
CH Chemie
D Deutsch
E Englisch
ETH Ethik
REV Evangelische Religionslehre
F Französisch
GK Gemeinschaftskunde
GEO Geographie
G Geschichte
KUW Kunst und Werken
RRK Katholische Religionslehre
M Mathematik
MFR Moderne Fremdsprache
MUS Musik
NwT Naturwissenschaft und Technik
PH Physik
SU Sachunterricht
SPO Sport
T Technik
WBO Wirtschaft und Berufsorientierung
WBS Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung

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