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Bildungsplan für Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung 2022

Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Teil C | Fach

Gemeinschaftskunde

1. Juli 2022

BP2022BW_SOP_GENT_TEIL-C_GK__RC11__20220704@0756#Mi

Impressum

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Kultus und Unterricht

Ausgabe C

Herausgeber

Bildungsplanerstellung

Internet

Verlag und Vertrieb

Urheberrecht

Technische Umsetzung der Onlinefassung

Bildnachweis

Gestaltung

Druck

Bezugsbedingungen

VALUE

Amtsblatt des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Bildungsplanhefte

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg,

Postfach 103442, 70029 Stuttgart

Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, Heilbronner Stra0e 314, 70469 Stuttgart (www.zsl.kultus-bw.de)

www.bildungsplaene-bw.de

Neckar-Verlag GmbH, Klosterring 1, 78050 Villingen-Schwenningen

Fotomechanische oder anderweitig technisch mögliche Reproduktion des Satzes beziehungsweise der Satzordnung für kommerzielle Zwecke nur mit Genehmigung des Herausgebers.

pirobase imperia GmbH, Von-der-Wettern-Straße 27, 51149 Köln

Robert Thiele, Stuttgart

Ilona Hirth Grafik Design GmbH, Karlsruhe

N.N.

Alle eingesetzten beziehungsweise verarbeiteten Rohstoffe und Materialien entsprechen den zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe gültigen Normen beziehungsweise geltenden Bestimmungen und Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland. Der Herausgeber hat bei seinen Leistungen sowie bei Zulieferungen Dritter im Rahmen der wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten umweltfreundliche Verfahren und Erzeugnisse bevorzugt eingesetzt.

Juli 2022

Die Lieferung der unregelmäßig erscheinenden Bildungsplanhefte erfolgt automatisch nach einem festgelegten Schlüssel. Der Bezug der Ausgabe C des Amtsblattes ist verpflichtend, wenn die betreffende Schule im Verteiler (abgedruckt auf der zweiten Umschlagseite) vorgesehen ist (Verwaltungsvorschrift vom 22. Mai 2008, K.u.U. S. 141).

Die Bildungsplanhefte werden gesondert in Rechnung gestellt.

Die einzelnen Reihen können zusätzlich abonniert werden. Abbestellungen nur halbjährlich zum 30. Juni und 31. Dezember eines jeden Jahres schriftlich acht Wochen vorher bei der Neckar-Verlag GmbH, Postfach 1820, 78008 Villingen-Schwenningen

Ergänzende Metainformationen

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Leitgedanken zum Kompetenzerwerb

Politische Bildung beginnt in der Schule ab der ersten Klasse. Die prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen politischer Bildung gliedern sich in das Fach Sachunterricht – Demokratie und Gesellschaft und das Fach Gemeinschaftskunde und sind im Zusammenhang zu verstehen. Hierbei wird auch die Altersentsprechung von Kompetenzen und Inhalten berücksichtigt. Entsprechende Verknüpfungen finden sich in den jeweiligen Kompetenzfeldern.

Bildungsgehalt des Faches Gemeinschaftskunde

Die Schülerinnen und Schüler zu demokratischem Denken und Handeln zu befähigen und zu ermutigen, ist die wichtigste Aufgabe der politischen Bildung, aber auch der Schule insgesamt. Gemeinschaftskunde ist nach der Landesverfassung ordentliches Lehrfach in allen Schulen (Art. 21 Abs. 2 Verfassung des Landes Baden-Württemberg).

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, ihren Lebenserfahrungen und Lebensperspektiven befähigt die Schülerinnen und Schüler, Verantwortung für sich zu übernehmen und für die eigenen Interessen einzustehen. Im Unterricht erfährt die persönliche Perspektive ihre Einordnung in Gemeinschaft und Gesellschaft. Die Regelungen und Vereinbarungen des Zusammenlebens werden in den Kontext von Grund- und Menschenrechten sowie der demokratischen Grundordnung gestellt. Grundlegend ist die Einsicht, dass Freiheit und Verantwortung konstitutive Elemente der freiheitlichen demokratischen Grundordnung sind, die es zu sichern und weiterzuentwickeln gilt. Die Achtung der Menschenwürde, die Ausbildung von Toleranz und der Abbau von Vorurteilen haben eine besondere Bedeutung. Damit leistet der Unterricht einen wertvollen Beitrag zur Wertebildung und unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Das grundlegende Verständnis demokratischer Entscheidungsfindung ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, ihre Anliegen einzubringen, sich als selbstwirksam zu erleben und Gemeinschaft verantwortlich mitzugestalten.

Gemeinschaftskunde greift Fragen der Schülerinnen und Schüler und Themen des aktuellen Zeitgeschehens auf, um die Orientierung der Schülerinnen und Schüler in der globalisierten Gesellschaft zu vergrößern.

Fachwissen über politische Prinzipien und Institutionen sowie die Struktur der staatlichen Ordnung in Deutschland sind die Grundlage, auf der die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen politischen Handelns entwickeln. Sie lernen, politische und soziale Entwicklungen und Entscheidungen wahrzunehmen, zu analysieren, über diese kriterienorientiert zu urteilen und eigene Meinungen auszubilden und zu vertreten. Auch die Fähigkeit, mit den Herausforderungen der Demokratie, insbesondere Toleranz gegenüber anderen Meinungen, umgehen zu können, erweitert die politische Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler.

Die gesellschaftliche Teilhabe erfährt dann ihre Entsprechung, wenn die Schülerinnen und Schüler fähig sind, eigene Interessen zu vertreten, respektvoll in der Gemeinschaft zusammenzuleben und Gesellschaft und Demokratie mitzutragen und mitzugestalten.

Die Schule bietet den Schülerinnen und Schülern den Raum, diese Kompetenzen zu entwickeln. Sie gesteht allen Schülerinnen und Schülern als „Experten in eigener Sache“ regelmäßige, ernsthafte Partizipation zu und bindet dies nicht an Voraussetzungen. Damit leistet die Schule einen wertvollen Beitrag zur Demokratiebildung und setzt sich mit Partizipation als pädagogischem Prinzip auseinander.

Politische Bildung vollzieht sich auch in Lebensfeldern, die unmittelbarer Erfahrungsraum für die eigene Persönlichkeitsentwicklung, das Zusammenleben in der Gesellschaft und das politische Handeln sind. Die Lebensfelder Personales Leben (PER) und Soziales und gesellschaftliches Leben (SOZ) finden hier besondere Beachtung. Entsprechende Verknüpfungen finden sich in den jeweiligen Kompetenz- und Lebensfeldern.

Abbildung 1: Verflechtung Lebensfelder – Fach Gemeinschaftskunde (© Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg)

Kompetenzen

Inhaltsbezogene Kompetenzen

Der vorliegende Bildungsplan strukturiert die inhaltsbezogenen Kompetenzen nach den Bereichen „Gesellschaft“, „Recht“, „Politisches System“ und „Internationale Beziehungen“. Die inhaltsbezogenen Kompetenzen verdeutlichen, mit welcher thematischen Ausrichtung die prozessbezogenen Kompetenzen erworben werden sollen. Die Schülerinnen und Schüler werden mit immer komplexeren Fragestellungen konfrontiert. Bei der Urteilsbildung müssen sie sich zunehmend mit anspruchsvolleren Fragestellungen auseinandersetzen, dabei zunehmend unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen und vielfältige Kriterien anwenden, um immer differenziertere Urteile fällen zu können. Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen stehen hierbei gleichberechtigt nebeneinander und bedingen sich gegenseitig.

Prozessbezogene Kompetenzen

Analyse- und Urteilskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler verstehen Politik als kollektiven und konfliktbehafteten Prozess der Problembearbeitung. Sie können persönliche und sachliche Kriterien unterscheiden und auf Basis dessen Sach-, Problem- und Konfliktlagen mehrperspektivisch erfassen und beurteilen. Auf der Grundlage ihrer fundierten Analyse sollen die Schülerinnen und Schüler zu politischen Fragen und Problemen eigene Positionen entwickeln.

Handlungskompetenz

Oberstes Ziel der politischen Bildung ist die Förderung des mündigen Bürgers, der politisch interveniert und sich so „in seine eigenen Angelegenheiten einmischt“ (Max Frisch).

Die Schülerinnen und Schüler können ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen wahrnehmen, äußern und vertreten. Sie können die Perspektive anderer wahrnehmen, erkennen und sich in sie hineinversetzen. Ein zentrales Ziel des Gemeinschaftskundeunterrichts ist es, dass sich die Schülerinnen und Schüler als selbstwirksam erleben, denn nur mit genügend Selbstvertrauen treten sie in Verhandlung für eigene Interessen. Politisches Handeln umfasst einerseits kommunikatives politisches Handeln, also das Artikulieren, Argumentieren und Verhandeln eigener Interessen. Dies spielt eine zentrale Rolle im Gemeinschaftskundeunterricht. Andererseits beinhaltet es auch aktives, partizipatives politisches Handeln (zum Beispiel die freiwillige Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen und die Teilnahme an Protesten). Im Gemeinschaftskundeunterricht können die Schülerinnen und Schüler Handlungsfähigkeiten entwickeln und sie werden zudem auf den Umgang mit demokratischen Prozessen vorbereitet, zu denen auch Geduld und der Umgang mit Niederlagen und Kompromissen gehört.

Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler können sich über politische und gesellschaftliche Fragen informieren. Sie kennen verschiedene Quellen, um Informationen zu gewinnen und können diese zunehmend besser quellenkritisch betrachten und bewerten. Dabei ist der kritische Umgang mit verschiedenen Medien von zentraler Bedeutung, auch um verschiedene Informationen miteinander vergleichen zu können.

Didaktische Hinweise

Für didaktische Überlegungen im Fach Gemeinschaftskunde ist die Auseinandersetzung mit Dimensionen (polity, policy, politics) und Definitionen des Begriffs „Politik“ hilfreich. Politik lässt sich im engeren Sinn als staatlich-administratives (politisches) und im weiteren Sinn als gesellschaftliches (soziales) Phänomen betrachten.

Die Schülerinnen und Schüler erleben Politik im Zusammenleben mit anderen und entwickeln inner- und außerhalb der Schule Vorstellungen davon, was Politik ist. Der Gemeinschaftskundeunterricht knüpft an die Vorerfahrungen und Wissenskonzepte der Schülerinnen und Schüler an, mit denen sie sich die Welt erklären und politische Phänomene interpretieren. Erfahrungen, Vorwissen und Vorverständnis der Lernenden werden im Unterricht durch neues Fachwissen strukturiert, qualitativ verbessert oder erweitert. Konstruktion und Instruktion bedingen und ergänzen einander.

Entsprechend der Staatsform in Deutschland ist die Demokratie der normative Bezugspunkt politischen Lernens. Demokratie lässt sich nach Gerhard Himmelmann in drei Dimensionen denken. Die erste Dimension eines demokratischen Systems, mit der junge Menschen in Kontakt treten, ist Demokratie als Lebensform. Das Zusammenleben mit anderen ist unmittelbarer Erfahrungsraum demokratischer Werte und Prinzipien. In der Schule werden demokratische Verhaltens- und Konfliktlösungsmuster gelernt, die von den Schülerinnen und Schülern auf die Lösung gesellschaftlicher Probleme übertragen werden können.

Die zweite Dimension der Demokratie ist Demokratie als Gesellschaftsform. Die Schülerinnen und Schüler erleben diese als Mitglieder einer pluralistischen Gesellschaft. Die Schule eröffnet Erfahrungsräume demokratischer Mitbestimmung und Mitverantwortung. Im Gemeinschaftskundeunterricht werden Fragen der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen, aus gesellschaftlicher Perspektive betrachtet und in den Zusammenhang politischer Sachverhalte gestellt.

Die dritte Dimension der Demokratie ist Demokratie als Herrschaftsform. Darunter werden politische Prinzipien (Volkssouveränität, Rechtsstaat, Schutz der Grundrechte) ebenso gefasst wie Institutionen (Gemeinderat, Bundestag, Gerichte) und Funktionen des Staates.

Im Gemeinschaftskundeunterricht werden abstrakte Begriffe über das konkrete Erleben und Handeln erschlossen, hinsichtlich ihrer sozialen und politischen Dimensionen differenziert betrachtet und in zunehmend komplexeren Themenbereichen analysiert. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich grundlegende Vorstellungskonzepte, mit denen sie ihre Erfahrungen mit Gemeinwesen und Politik strukturieren, ordnen und interpretieren können.

Politische Bildung in der Schule muss alle Dimensionen der Demokratie umfassen. Politik und Demokratie sind als gedankliche Gebilde an sich abstrakt. Elementarisierende Zugänge ermöglichen die Vermittlung grundlegender und unabdingbarer Zusammenhänge der Demokratiebildung. Die Schülerinnen und Schüler können bei der Recherche von politischen Informationen und Nachrichten auf das Konzept der Leichten Sprache zurückgreifen.

Wenn Inhalte didaktisch reduziert und elementarisiert werden, finden die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses im Politikunterricht besondere Beachtung. Politische Meinungen dürfen nicht lenkend vorgegeben werden. Ziel politischer Bildung ist die eigene Urteilsfähigkeit und Meinungsbildung der Schülerinnen und Schüler. Was in Politik und Gesellschaft kontrovers diskutiert wird, muss auch im Unterricht kontrovers abgebildet werden. Politische Fragestellungen und Probleme müssen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden.

Wenn Standpunkte geäußert werden, die mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unvereinbar sind, ist es Auftrag der Lehrkräfte, dies nicht unkommentiert stehen zu lassen und klar Position zu beziehen. Hierzu braucht es eine Grundrechteklarheit und Konfliktfähigkeit aufseiten der Lehrkräfte und der Schulleitungen. Das Spektrum der Kontroversität muss entsprechend klar definiert und von menschenabwertenden und demokratiefeindlichen Positionen abgegrenzt werden.

Kompetenzfelder

Haupt- und Berufsschulstufe

Gesellschaft

Zusammenleben in Familie, sozialen Gruppen und Gesellschaft

Die sozialen Beziehungen in Familie und Lebensgemeinschaft, in der Wohngemeinschaft, in der Freizeitgestaltung, im öffentlichen Leben und in der Schule verändern sich mit dem Lebensalter der Schülerinnen und Schüler. Der bereits im Säuglingsalter begonnene Ablöseprozess von den Eltern beziehungsweise Bezugspersonen wird im Jugendalter besonders bedeutsam. Die Jugendlichen streben nach mehr Selbstständigkeit sowie Mit- und Selbstbestimmung. Sie begegnen veränderten Rollenerwartungen und einer Vielzahl an gesellschaftlich und medial vermittelten Möglichkeiten der Lebensgestaltung. Die Jugendlichen erleben Rollenkonflikte und das Spannungsverhältnis zwischen dem Streben nach Autonomie und dem Erleben von Abhängigkeit. Die Schule schafft Möglichkeiten, diese Veränderungsprozesse einzuordnen und zu verstehen. Sie unterstützt die Schülerinnen und Schüler darin, Konflikte zu lösen, mit widersprüchlichen Erwartungen und Anforderungen umzugehen und die veränderten Rollen individuell auszugestalten. Kontakte und Freundschaften außerhalb der Familie werden für die Jugendlichen immer wichtiger. Die Schule steht in engem Austausch mit den Familien, damit sich die Schülerinnen und Schüler vielfältige soziale Erprobungsräume erschließen können. Die Schülerinnen und Schüler gestalten persönliche Vorlieben, Interessen und Zukunftsvorstellungen immer weiter aus und erfahren Inklusion und Benachteiligung. Für den Unterricht bildet dies den Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem gelingenden Zusammenleben in der Gesellschaft.

Denkanstöße

Welche Inhalte ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, ihre soziale Lebenssituation als Gefüge sozialer Rollen zu verstehen, zu reflektieren und bewusst Einfluss darauf zu nehmen?
Welche Möglichkeiten werden genutzt, um den Veränderungsprozess der eigenen Identität und der sozialen Beziehungen der Jugendlichen im Unterricht erlebbar und anschaulich zu machen?
Wie werden die Rollenerfahrungen als Jugendliche und Jugendlicher in neuen sozialen Erfahrungsräumen (Jugendgruppe, Sportverein) thematisiert?
Welche Ausdrucksmöglichkeiten werden für das Erleben des Spannungsverhältnisses zwischen Wunsch nach Selbstständigkeit und Selbstbestimmung und dem Erleben von Abhängigkeit gefunden?
Wie geraten dabei auch die Abhängigkeitserfahrungen von Jugendlichen mit komplexer Behinderung in den Blick?
An welchen Stellen können die Jugendlichen eigene Lebensentwürfe erstellen, aufgreifen und verändern?
Wie werden Benachteiligungserfahrungen der Schülerinnen und Schüler im Unterricht aufgegriffen und welche umsetzbaren Handlungsmöglichkeiten werden für sie gefunden?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
nehmen die Beständigkeit der eigenen Person in sich verändernden sozialen Bezügen wahr, unterscheiden zwischen Ich, Du und Wir
nehmen die Veränderung ihrer Identität und deren unterschiedliche Bezugspunkte (Bezugspersonen, Freunde, Nationalität, Geschlecht, Werte) wahr, drücken diese aus und analysieren diese
erleben Aufgabenverteilungen in Familien, Lebensgemeinschaften und sozialen Gruppen und erkennen diese; bestimmen bei der Verteilung von Aufgaben mit
wissen um die besondere Stellung der Familie (Artikel 6 GG) und kennen konkrete Maßnahmen staatlicher Unterstützung für die Familie
erfahren im Austausch mit anderen die Vielfalt und Veränderbarkeit von Lebensentwürfen, setzen sich damit auseinander und entwickeln eigene Vorstellungen
nehmen Rollenerwartungen, die an Jugendliche in Familie, Peergroup und Schule gestellt werden sowie Rollenkonflikte wahr und ordnen diese als Merkmale von Rollen ein
erleben und betrachten die eigene Lebenssituation in Bezug auf soziale Bindungen, setzen sich mit den Veränderungen in der Beziehung zu den Eltern beziehungsweise Bezugspersonen im Jugendalter auseinander und entnehmen daraus Impulse für die eigene Lebensplanung
erkennen Benachteiligung aufgrund von Genderrollen, Behinderung und wenden Maßnahmen zu deren Überwindung an

Beispielhafte Inhalte

Identität
Familie beziehungsweise Lebensgemeinschaft
Peergroups
soziale Beziehungen und deren Wandel in Jugend und Adoleszenz
Ablösung
gesellschaftliche Rollen, Rollenerwartungen und deren Veränderungen in Jugend und Adoleszenz
Rollenzuschreibungen, Rollenkonflikte
(persönliche) Lebensentwürfe
Benachteiligung und Diskriminierung

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
erlebt das Zusammensein mit Gleichaltrigen (wenn möglich auch ohne erwachsene Person), tauscht sich mit diesen über Musikinteressen aus, macht dabei durch Körperspannung, Mimik, Laute die eigene Meinung deutlich
zeigt durch spezifische Ausdrucksmittel, wie Begrüßungsgesten, Kleidungsstil die Zugehörigkeit zur eigenen Peergroup
erkennt anhand von Filmsequenzen die unterschiedlichen Rollen(‍-‍erwartungen) von Jugendlichen in Familie und Peergroup (wieder)
berichtet von eigenen Rollenerfahrungen in Familie und Peergroup und leitet daraus Merkmale der unterschiedlichen Rollen ab

Bezüge und Verweise

PER 2.1.4 Identität und Selbstbild

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

SOZ 2.1.4 Demokratie lernen und leben

G

GEO

SU 2.1.1 Demokratie und Gesellschaft

GS SU 2 Prozessbezogene Kompetenzen

SEK1 GK 2 Prozessbezogene Kompetenzen

GS SU 3.1.1 Demokratie und Gesellschaft

GS SU 3.2.1 Demokratie und Gesellschaft

SEK1 GK 3.1.1 Gesellschaft

SEK1 GK 3.2.1 Gesellschaft

BNE

BTV

LFDB [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Kultur und Vielfalt

Die Schule trägt dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler in einer zunehmend pluralisierten Gesellschaft lernen, mit Menschen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit, Nationalität, Ethnie, Religion, unterschiedlichen Alters, psychischer, geistiger und physischer Disposition sowie geschlechtlicher Identität und sexuellen Orientierung in verschiedenen Situationen zusammen zu leben und ihre individuelle Verschiedenheit angemessen zu achten. Die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte werden angeregt, sich mit sozialen Grundhaltungen wie Empathie, Respekt, Toleranz und Akzeptanz auseinanderzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler stellen Vergleiche an, setzen ihre eigene Lebenswelt damit in Beziehung und können gesellschaftliche Vielfalt tolerieren und daraus Konsequenzen für ihr eigenes Leben ableiten.

Das Leben in der Schul- und Klassengemeinschaft ist von der bewussten Wahrnehmung der und des Anderen auch in ihrem und seinem Anderssein, dem möglichst eigenständigen Aufbau und der Pflege von Beziehungen sowie der konstruktiven Bearbeitung von Differenzen geprägt.

Denkanstöße

Wie erleben die Schülerinnen und Schüler die Akzeptanz von Vielfalt in der Klasse?
Welche Zugänge ermöglichen den Schülerinnen und Schülern die ganzheitliche Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt?
Wie werden die Schülerinnen und Schüler angeregt, über Werte und Normen nachzudenken, die dem Handeln in sozialen Beziehungen zugrunde liegen (zum Beispiel durch philosophische Gespräche, Rollenspiele, Diskussionsrunden)?
Welche Regionen werden thematisiert, um die eigenen Lebensumstände mit den Lebensbedingungen von Jugendlichen in anderen Ländern der Erde zu vergleichen?
Welche Anlässe aus dem Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler und den Nachrichten werden genutzt, um mit ihnen über Gründe für Migration und deren Konsequenzen ins Gespräch zu kommen?
Wann fühle ich mich zugehörig (identitätsstiftende Merkmale)?
Welche Lernarrangements ermöglichen den Schülerinnen und Schülern eine bewusste Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft im Sinn der Entwicklung einer eigenen kulturellen Identität (zum Beispiel Stammbaum, Geburts- und Wohnorte von Familienmitgliedern, religiöse und kulturelle Familienrituale)?
Wie wird ein weltoffenes, dynamisches Heimatverständnis im Hinblick auf Schule, Region und Welt gefördert?
Wie wird Diskriminierung im Schulalltag thematisiert?
Welche Programme zur Gewaltprävention und zur Konfliktbewältigung sind an der Schule vorhanden? Wie werden die Eltern informiert und in diese eingebunden?
Wie reflektieren die Lehrkräfte ihre eigene Haltung zu den Schülerinnen und Schülern mit herausforderndem Verhalten?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
erfahren im Kontakt mit anderen Individualität und Vielfalt, erkennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede und gehen achtungsvoll und aufgeschlossen damit um
kennen grundlegende, am Grundgesetz orientierte Werte des Zusammenlebens (zum Beispiel die Würde des Menschen, das Recht auf Leben, Toleranz, Gleichheit vor dem Gesetz) und handeln danach
hinterfragen die eigene Haltung anderen Menschen gegenüber
kennen verschiedene Möglichkeiten, mit dem Anderssein umzugehen (thematisieren, aufklären, Kompromiss, Konfrontation, Vermeidung)
erkennen und respektieren Unterschiede und Gemeinsamkeiten innerhalb und zwischen verschiedenen Kulturen (im Hinblick auf Lebensstile, Bräuche, Wertorientierungen)
verorten geographisch Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und in anderen Regionen der Erde, beschreiben diese und stellen Vergleiche mit dem eigenen Leben an
beschreiben anhand konkreter Beispiele Gründe und Konsequenzen von Migration
erleben und erfahren Heimat und Fremde und kennen unterschiedliche Auffassungen von Heimat und Fremde und nennen Beispiele dafür
erkennen und beschreiben Ursachen und Motive für Ausgrenzung und Abwertung und entwickeln Handlungsoptionen dagegen
beschreiben Gründe für die Entstehung von Konflikten und finden und erproben Konfliktlösestrategien (Vermeidung, Konsens, Kompromiss)

Beispielhafte Inhalte

Vielfalt (zum Beispiel hinsichtlich Kultur, Religion, Nationalität, Staatsangehörigkeit, geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung, Behinderung)
Verständnis von Zuhause und Heimat
identitätsstiftende Merkmale in der Familie, in Freundesgruppen, Schulklassen und am Arbeitsplatz
Leben von Jugendlichen in anderen Ländern
Flucht und Migration (Ursachen, Gefahren, Schwierigkeiten)
Ausgrenzung und Diskriminierung (Vorurteile und Klischees, Rollenbilder, stigmatisierende Diskurse)
gesellschaftliche, am Grundgesetz orientierte Werte wie die Würde des Menschen, das Recht auf Leben, Gleichheit und Grundhaltungen wie Respekt, Empathie, Achtung, Toleranz und Akzeptanz sich selbst und anderen gegenüber
zwischenmenschliche Umgangsformen
Umgang mit herausforderndem Verhalten
Konflikte (Ursachen und Strategien sowie deren Bearbeitung)
Gewaltprävention und Strategien, mit Gewalt durch andere umzugehen

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
erlebt beim gegenseitigen Besuch des Zuhauses von Mitschülerinnen und Mitschülern fremde und vertraute Orte, fühlt sich mehr oder weniger wohl und bringt dies zum Ausdruck
zeigt, wenn die Eltern einverstanden sind, den Mitschülerinnen und Mitschülern ihr/sein Zuhause, Lieblingsorte
erstellt eine Art Familienstammbaum mit Bildern der Familienmitglieder und sammelt Informationen über ihren/seinen Herkunftsort beziehungsweise ihr/sein Herkunftsland (geographische Lage, Klima, Sprache, Religionen, Kultur) und präsentiert seine Ergebnisse
vergleicht ihre/seine Ergebnisse mit denen ihrer/seiner Mitschülerinnen und Mitschüler und bringt zum Ausdruck, was für sie/ihn Heimat ist und wo sie/er sich wohl fühlt. Sie/er versteht, dass dies für ihre/seine Mitschülerinnen und Mitschüler andere Orte sein können und diskutiert mit anderen, was „Heimat“ und „Fremde“ für jeden individuell bedeuten

Bezüge und Verweise

PER

SEL

SOZ

G

GEO

SU 2.1.1 Demokratie und Gesellschaft

GS SU 2 Prozessbezogene Kompetenzen

SEK1 GK 2 Prozessbezogene Kompetenzen

GS SU 3.1.1 Demokratie und Gesellschaft

GS SU 3.2.1 Demokratie und Gesellschaft

SEK1 GK 3.1.1 Gesellschaft

BTV

LFDB [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Recht

Aus der Wahrnehmung und Kenntnis ihrer eigenen Rechte heraus entwickeln die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, reflektiert und angemessen mit Verhaltenserwartungen, Regeln und Normen umzugehen. Als Jugendliche und junge Erwachsene streben sie nach individuellen Freiheiten und sind gefordert, vermehrt Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. In der Schule setzen sie sich mit der Bedeutung und Notwendigkeit von Vereinbarungen, Regeln, Gesetzen und Pflichten auseinander. Gesetzliche Vorgaben aus der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler werden analysiert und Möglichkeiten der Information und Unterstützung in rechtlichen Fragen aufgezeigt. Die Grundrechte und deren Unveräußerlichkeit werden in ihrer Bedeutung für den Einzelnen, das Zusammenleben und den Rechtsstaat vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Prozesse der Regel- und Rechtsetzung unter demokratischen Gesichtspunkten zu hinterfragen und erkennen eigene Mitwirkungsmöglichkeiten. Sie erkennen dabei auch, dass Grund- und Menschenrechte keine Selbstverständlichkeiten sind. Die möglichst konkrete Auseinandersetzung mit den Institutionen des Rechtsstaats unterstützt das Verständnis rechtsstaatlicher Prinzipien und der Gewaltenteilung. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln sich zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern, die Verantwortung für sich und andere übernehmen, Rechte einfordern und wahren.

Denkanstöße

Welche Möglichkeiten nutzen die Lehrkräfte und Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, um den achtsamen Umgang mit den Persönlichkeitsrechten der Schülerinnen und Schüler, insbesondere auch in Pflegesituationen, zu reflektieren?
Welche Möglichkeiten, ihren Persönlichkeitsrechten Ausdruck zu verleihen, stehen den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung?
Welche Rechte haben für die Schülerinnen und Schüler grundlegende Bedeutung und welche sind für sie als Menschen mit Behinderung wesentlich?
Welche Alltagssituationen, in denen die Schülerinnen und Schüler Recht oder Unrecht empfinden, können Ausgangspunkt für die unterrichtliche Thematisierung sein?
Die Auseinandersetzung mit welchen Gesetzen (zum Beispiel Jugendschutzgesetz) ist für die Schülerinnen und Schüler in ihrer aktuellen Lebenssituation hilfreich?
Welche Institutionen des Rechtsstaats lassen sich im Rahmen von Lerngängen erkunden und erleben (zum Beispiel Amtsgericht)?
Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit alltäglichen Rechtsfragen (zum Beispiel (Kauf‑)Verträge, Versicherungen)?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
nehmen Achtung und Antastungen ihrer Persönlichkeit wahr, fordern Persönlichkeitsrechte (Artikel 1 und 2 GG) ein und wissen um die Unveräußerlichkeit der Grundrechte und Menschenrechte
erleben den Bezug zwischen eigenen Rechten und den Rechten anderer, erkennen die Notwendigkeit verbindlicher Regeln für das Zusammenleben und setzen diese um
erleben die Verbindlichkeit von Gesetzen, erkennen, dass in allen gesellschaftlichen Bereichen rechtliche Bestimmungen bestehen, gehen verantwortungsvoll mit ihren Pflichten um und wissen um rechtliche Folgen von Pflichtverletzungen
erleben und erkennen Recht in seiner Bedeutung für sie selbst und wissen um die Bedeutungen des Rechts für die Gesellschaft (Herstellung von Gerechtigkeit, Friedens, Ordnungs, Schutz- und Gestaltungsfunktion)
kennen Prinzipien des Rechtsstaats (Garantie der Grundrechte, Rechtssicherheit, Rechtsgleichheit, Rechtsschutz; Gewaltmonopol, Gewaltenteilung) und verstehen die Rechtsgebundenheit staatlichen Handelns
kennen zentrale Organe des Rechts und deren Funktionen
kennen Möglichkeiten, für das eigene Recht einzustehen und sich Unterstützung in Rechtsfragen einzuholen
setzen sich mit Verletzungen und Schutz der Grund- und Menschenrechte in Deutschland und der Welt auseinander

Beispielhafte Inhalte

Bedeutung von Verantwortung für die Gemeinschaft
verbindliche Regeln des Zusammenlebens (Klasse, Schule, öffentlicher Raum)
Grundgesetz und Menschenrechte
Rechtsstaatlichkeit
Sozialgesetzgebung, Recht auf Unterstützung und selbstbestimmte Teilhabe
Gesetze und behördliche Regelungen wie das Jugendschutzgesetz, die Straßenverkehrsordnung
Konsequenzen von und Umgang mit Regelverstößen, Strafrecht
Verträge (Kauf‑, Arbeits- und Mietverträge) und Mitgliedschaften

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
bringt über die Äußerung ihrer/seiner Bedürfnisse und Interessen die eigenen Persönlichkeitsrechte zum Ausdruck und nimmt damit Einfluss auf Regeln in der (Klassen‑)Gemeinschaft
zeigt durch das Einhalten von Regeln beim eigenen Handeln die Achtung der Persönlichkeitsrechte der anderen
erkennt Verletzungen der Persönlichkeitsrechte, die im szenischen Spiel aufgezeigt werden und stellt selbst szenisch dar, wie Persönlichkeitsrechte gewahrt werden können
diskutiert und analysiert, dass die eigenen Rechte ihre Grenze in den Rechten des anderen finden und der Staat begründet in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen eingreifen darf

Bezüge und Verweise

PER 2.1.3 Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

SOZ 2.1.4 Demokratie lernen und leben

G

GEO

SU 2.1.1 Demokratie und Gesellschaft

SEK1 GK 2 Prozessbezogene Kompetenzen

GS SU 3.1.1 Demokratie und Gesellschaft

GS SU 3.2.1 Demokratie und Gesellschaft

SEK1 GK 3.1.2 Recht

SEK1 GK 3.1.4 Internationale Beziehungen

BNE

BTV

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Politisches System

Mitwirkung in der Schule

Die Schülerinnen und Schüler erleben im Schulalltag demokratische Strukturen und Grundhaltungen. Im Rahmen der Mitgestaltung der Schule und der Schülermitverantwortung schafft die Schule Erfahrungs- und Handlungsräume, in denen die Schülerinnen und Schüler lernen, welche Möglichkeiten sie haben, ihre Interessen in den schulischen Entscheidungsprozess einzubringen, wie in der Schule Entscheidungen getroffen werden (Macht und Entscheidung), welche rechtlichen Bestimmungen das Zusammenleben in der Schule regeln (Regeln und Recht), wie die einzelnen Institutionen in der Schule zusammenwirken (Ordnung und Struktur) und welchen Beitrag Verfahren zum Lösen von Interessenkonflikten in der Schule leisten (Interessen und Gemeinwohl). Indem die Schülerinnen und Schüler demokratische Formen der politischen Partizipation in der Schule einüben und reflektieren, erwerben sie zugleich die Fähigkeit, die politischen Strukturen und demokratischen Grundhaltungen in der Gesellschaft zu verstehen und diese mitzugestalten. Die Bezüge zwischen demokratischem Handeln in der Schule und Demokratie als Gesellschafts- und Staatsform werden im Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern regelmäßig erarbeitet.

Denkanstöße

Welche Formen der Assistenz (dolmetschend, advokatorisch) können die Schülerinnen und Schüler nutzen, um von ihrem Mitbestimmungs- und Wahlrecht Gebrauch zu machen?
Welche Unterstützungsangebote gibt es für die Ämter der/des Klassen- und Schulsprecherin/-‍sprechers?
Wie werden die Schülerinnen und Schüler darin unterstützt, sich an der Schülermitverantwortung (SMV) auch außerhalb der eigenen Schule regional und überregional zu beteiligen?
Welche Aufgaben hat eine Verbindungslehrerin / ein Verbindungslehrer und wie findet die Wahl statt?
Welche thematischen Verknüpfungen unterstützen die Schülerinnen und Schüler, aus ihren Mitbestimmungserfahrungen in der Schule allgemeine demokratische Prinzipien abzuleiten?
Wie wird die Schülerin oder der Schüler auf demokratische Wahlen und Ämter im Erwachsenenleben vorbereitet?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
haben an den demokratischen Gestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in der Schule teil, bringen ihre Interessen und Bedürfnisse ein
nutzen demokratische Entscheidungsverfahren, erleben und reflektieren Vor- und Nachteile von Kompromissen und Mehrheitsentscheiden (zum Beispiel im Klassenrat)
kennen und nutzen die Mitwirkungsrechte der Schülerinnen und Schüler (Wahl der Schülervertretung und Verbindungslehrkraft, Mitgliedschaft in der Schulkonferenz, Evaluation, Anhörungs, Vorschlags, Beschwerde- und Informationsrecht)
kennen die im Grundgesetz festgelegten Wahlgrundsätze, wissen um deren Bedeutung und beachten deren Einhaltung bei Wahlen
kennen die gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten der Schülervertretung (Klassensprecherin und Klassensprecher, Schulsprecherin und Schulsprecher) und deren Funktion (Interessenvertretung, Mitgestaltung des Schullebens), wenden sich mit entsprechenden Anliegen an diese
analysieren Konflikte hinsichtlich ihrer Ursachen, entwickeln Lösungsansätze, leiten Regeln daraus ab und setzen diese um

Beispielhafte Inhalte

Einbringen der eigenen Interessen, Bedürfnisse, Meinungen
Erkennen der Vielfalt von Interessen und Bedürfnissen der Mitmenschen
Rituale, Regeln für das Zusammenleben
Konflikte – gewaltfreie Konfliktlösung – Gewaltprävention
Übernahme von Aufgaben und Verantwortung
Mitverantwortung in der Klasse, der Stufe und der Schule (Mitbestimmung und Mitgestaltung, Meinungserhebungen)
Abstimmungen/Mehrheitsentscheide und deren Konsequenzen, Umsetzung von Abstimmungsergebnissen
Schülermitverantwortung (SMV) und andere Formen der Selbstvertretung, Repräsentantinnen und Repräsentanten (zum Beispiel Klassensprecherin oder Klassensprecher)
Wahlen und Wählen
demokratische Prinzipien und Grundrechte

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
erlebt bei der Wahl der Klassensprecherin / des Klassensprechers oder der Schülervertreterin / des Schülervertreters die besondere Stimmung und den Ablauf der Wahl im Wahlraum, gibt durch ihre oder seine Vorlieben und Abneigungen Hinweise auf die eigene Wahlpräferenz und wählt mithilfe einer Assistenz
zeigt, auf wen die eigene Wahl fällt, füllt den Wahlschein gegebenenfalls mit Assistenz aus, zeigt die Wahlberechtigung vor, wirft den Wahlzettel ein
vollzieht den Ablauf der durchgeführten Wahl anhand von Abbildungen nach
leitet aus dem Ablauf der durchgeführten Wahl Wahlgrundsätze ab und diskutiert über deren Intention

Bezüge und Verweise

PER 2.1.3 Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

SOZ 2.1.4 Demokratie lernen und leben

G

GEO

SU 2.1.1 Demokratie und Gesellschaft

GS SU 2 Prozessbezogene Kompetenzen

SEK1 GK 2 Prozessbezogene Kompetenzen

GS SU 3.1.1 Demokratie und Gesellschaft

GS SU 3.2.1 Demokratie und Gesellschaft

SEK1 GK 3.1.3 Politisches System

BNE

BTV

LFDB [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Politische Strukturen in Deutschland

Die eigene Meinungsbildung wird für die Schülerinnen und Schüler mit zunehmendem Lebensalter immer bedeutsamer. Sie werden mit gesellschaftlichen und politischen Fragen konfrontiert, werfen diese selbst auf und fordern Mitbestimmung ein. Die Schule vermittelt das grundlegende Verständnis von Demokratie als Gesellschafts- und Herrschaftsform, einschließlich der Herausforderungen, die demokratisches Handeln an die Bürgerinnen und Bürger stellt. Die Gegenüberstellung autoritärer Herrschaftsformen hebt die Werte der Demokratie hervor. Kenntnisse über Aufbau und Funktionsweise des Staates und der einzelnen Organe befähigen die Schülerinnen und Schüler, ihre Partizipationsmöglichkeiten zu nutzen und gegebenenfalls einzufordern. Die möglichst konkrete Auseinandersetzung mit politischen Institutionen und Amtsinhaberinnen/Amtsinhabern fördert das Verstehen des Zusammenwirkens von Staat und Bürgern. Die Schülerinnen und Schüler werden unterstützt, verstehbare Informationen einzuholen und kritisch zu hinterfragen. Sie entwickeln sich zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern, die Demokratie mitgestalten.

Denkanstöße

Welche Gelegenheiten bietet die Schule den Schülerinnen und Schülern, sich regelmäßig über gesellschaftliche und politische Themen informieren und austauschen zu können?
Welche Interessen, Vorstellungen und Meinungen der Schülerinnen und Schüler können Anlass für politische Diskussionen sein? Welche Vorbereitungen braucht es, damit auch wenig- und nichtsprechende Schülerinnen und Schüler diskutieren, ihre Meinung gegebenenfalls durch Stellvertreter zum Ausdruck bringen können?
Wie können didaktisch reduzierte beziehungsweise elementarisierte politische Inhalte dennoch in ihrer Vielschichtigkeit und gegebenenfalls Kontroversität dargestellt und den Schülerinnen und Schülern eine unabhängige Meinungsbildung ermöglicht werden (Beutelsbacher Konsens)?
Welche inhaltlichen Ergänzungen brauchen Materialien in Leichter Sprache, um Zusammenhänge in ausreichender Detailliertheit zu vermitteln?
Welche Medien, sich (unabhängig) politisch zu informieren, stehen den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung und werden bezüglich ihres Einflusses auf den Meinungsfindungsprozess reflektiert?
Welche politischen Organisationen eignen sich als außerschulische Lernorte? Welche Partizipationsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler können genutzt werden?
Wie thematisiert die Schule in Zusammenarbeit mit den Eltern das Thema Mündigkeit und Wahlrecht?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
entwickeln, verändern und differenzieren ihre Interessen, Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen, erleben und erkennen das Eingebundensein der eigenen Entfaltungsmöglichkeiten in die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten
zeigen Interesse an gesellschaftlichen und politischen Fragen, bilden eigene Meinungen und Haltungen und diskutieren
nehmen durch eigenes Handeln Einfluss auf ihre Lebensbedingungen, wissen um ihre Partizipationsrechte auf Bundes- (Artikel 5, 8, 9, 20, 21, 38 GG), Landes- und kommunaler Ebene (Artikel 59, 60, 72 LV)
erleben und verstehen Demokratie als Herrschaft des Volkes, Abgeordnete und Amtsinhaberinnen/Amtsinhaber als vom Volk gewählte Repräsentantinnen und Repräsentanten und Parteien als eine Form der Bündelung gesellschaftlicher Interessen
informieren sich über die von Parteien vertretenen Positionen, vergleichen diese kriteriengeleitet, tauschen sich aus und stellen Fragen
erleben Wahlen als eine Möglichkeit der Einflussnahme, kennen die Wahlgrundsätze und den Ablauf von Wahlen, informieren sich über die unterschiedlichen Wahlsysteme (Kommunal‑, Landtags‑, Bundestagswahl)
erkennen Zusammenhänge zwischen eigenen Wahlentscheidungen, denen der Mitbürgerinnen und Mitbürger und der Zusammensetzung des jeweiligen Parlaments (Bundestag, Landtag, Gemeinderat) sowie der Regierungsbildung
verstehen politische Organe hinsichtlich ihrer Legitimation (Wahl, Ernennung), ihrer unterschiedlichen Aufgaben und ihres Zusammenwirkens beim Entscheidungsprozess (Initiative, parlamentarische Diskussion, Entscheidung, Verabschiedung, Ausführung)
vollziehen den Gang der Gesetzgebung (Gesetzesinitiative, Lesung, Beratung in Ausschüssen, Abstimmung im Bundestag, Beratung und Abstimmung im Bundesrat, Vermittlungsausschuss, Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten) nach
kennen Kontrollen staatlicher Gewalt (Gewaltenteilung, Medien (Pressefreiheit), Bundesverfassungsgericht) und verstehen, dass Macht von Amtsträgerinnen/Amtsträgern nicht willkürlich ausgeübt werden kann
nutzen Medien, um sich politisch zu informieren, erfahren und erkennen Aufgaben der Medien in einer demokratischen Gesellschaft (Information, Agenda-Setting, Herstellung von Öffentlichkeit, Ermöglichung der Teilhabe am öffentlichen Diskurs, Kritik und Kontrolle) sowie deren Auswirkungen auf die politische Willensbildung
erleben, dass ihre Interessen nicht immer ausreichend im politischen System repräsentiert werden können und nutzen demokratische Möglichkeiten des Umgangs damit
erkennen politischen Extremismus (Ablehnung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, Freund-Feind-Stereotypen, ideologischer Dogmatismus, Missionsbewusstsein) und verstehen dessen Ursachen
wissen um die Notwendigkeit, die Demokratie als Bürgerin oder Bürger mitzugestalten und übernehmen Verantwortung

Beispielhafte Inhalte

aktuelle gesellschaftliche und politische Themen
Kommunal‑, Landes- und Bundespolitik
Meinungsbildung, Artikulieren, Argumentieren, Verhandeln, Entscheiden – politische Diskussion
Medien – Informationsgewinnung und Meinungsbildung
demokratische Gesellschaftsordnung, demokratische Prinzipien
demokratische Herrschaftsordnung – Volkssouveränität
bürgerliche Partizipationsrechte
demokratische Wahlen – Ablauf und Grundsätze
Regierungsformen im Vergleich (Demokratie, Monarchie und Diktatur)
politische Ämter und Aufgaben (Wahlen, Entscheidungsgewalt, Fürsorge und Interessenvertretung)
politische Vertretungsorgane (Parlamente) und Parteien
politischer Extremismus

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
erlebt politische Diskussionen in der Klasse, nimmt die besondere Stimmung beim Argumentieren und Verhandeln wahr, zeigt Interesse und Desinteresse, Zustimmung und Ablehnung
beantwortet Argumente durch das eigene Handeln zustimmend und ablehnend; zeigt durch die Auswahl von Gegenständen die eigene Meinung
veranschaulicht Argumente (zum Beispiel durch die Anordnung von Fotos und Abbildungen auf Plakaten) und entnimmt bildlichen Plakaten Argumente
formuliert Argumente und Gegenargumente, erkennt ähnliche, gleiche und verschiedene Sichtweisen, verändert und festigt die eigene Position

Bezüge und Verweise

PER 2.1.3 Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung

SOZ 2.1.1 Grundhaltungen und Werte

SOZ 2.1.4 Demokratie lernen und leben

G

GEO

SU 2.1.1 Demokratie und Gesellschaft

SEK1 GK 2 Prozessbezogene Kompetenzen

GS SU 3.1.1 Demokratie und Gesellschaft

GS SU 3.2.1 Demokratie und Gesellschaft

SEK1 GK 3.1.3 Politisches System

BNE

BTV

LFDB [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Internationale Beziehungen und die Europäische Union

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Thema „Krieg und Frieden“ auseinander. Ausgehend von persönlichen Konflikterfahrungen und dem Umgang damit im eigenen Lebensbereich (siehe 2.1.1.2 Kultur und Vielfalt), lernen die Schülerinnen und Schüler anhand historischer Kriege und politischer Konflikte auf regionaler und globaler Ebene die möglichen Ursachen, Verläufe und Folgen von Krieg kennen. Am Beispiel der UNO können sie zusätzlich erfahren, wie Auseinandersetzungen mit friedlichen und demokratischen Mitteln, aber auch durch militärisches Eingreifen geführt werden. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema können sie Rückschlüsse auf die Bedeutung eines Lebens in Frieden ziehen. Die Integration von außerschulischen Lernorten in der Region und die Einladung von Expertinnen/Experten oder Zeitzeuginnen/Zeitzeugen in den Unterricht ermöglichen originale und persönliche Begegnungen.

Die Schülerinnen und Schüler lernen die Europäische Union als weiteres Friedensbündnis und Zusammenschluss verschiedener Länder auf unterschiedlichen Ebenen kennen. Anhand der Ziele der EU und konkreter, exemplarischer Beispiele setzen sie sich mit den für sie wichtigen Errungenschaften der Europäischen Union auseinander und lernen, dass dies mit ständiger Arbeit, Auseinandersetzungen, Diskussionen und Kompromissen verbunden ist.

Denkanstöße

Wie können Konflikte und Kriege, die für die Schülerinnen und Schüler und deren Familie bedeutsam sind, behutsam thematisiert werden?
Wie kann aktuelles politisches Geschehen aus den Medien (zum Beispiel Fernsehen, Zeitungen, Social Media) für die Schülerinnen und Schüler aufgegriffen und aufbereitet werden?
Welche Kriege oder Konflikte, auch hinsichtlich des Einsatzes der UNO, können für die Schülerinnen und Schüler besondere Bedeutung haben?
Welche Auswirkungen hat die EU konkret für das Leben der Schülerinnen und Schüler und ihrer Familien?

Kompetenzspektrum

Die Schülerinnen und Schüler
setzen sich mit Ursachen, Verlauf und Folgen eines vorgegebenen kriegerischen Konflikts auseinander
nennen Ursachen und Folgen von kriegerischen Konflikten im Allgemeinen
nennen Hauptziele der UNO (Wahrung von Weltfrieden und internationaler Sicherheit, Durchsetzung der Menschenrechte)
beschreiben Maßnahmen der UNO zur Konfliktbeilegung (friedliche Beilegung von Streitigkeiten, Sanktionen und militärisches Eingreifen)
wissen, dass sowohl die UNO als auch die EU ein Verbund aus mehreren Staaten ist und dies die Voraussetzung für ihre Wirksamkeit ist
nennen Ziele und Vorteile der EU
erleben und erläutern, wie Entscheidungen der EU das tägliche Leben der EU-Bürgerinnen und ‑Bürger beeinflussen (zum Beispiel Telefonieren im und ins Ausland, Freizügigkeit und Reisefreiheit)
beschreiben die Vorteile eines Lebens in Frieden im Vergleich zum Leben im Krieg

Beispielhafte Inhalte

allgemeine Ursachen von Krieg (zum Beispiel wirtschaftliche, religiöse, politische)
allgemeine Folgen von Krieg (zum Beispiel Armut, körperliche Versehrtheit, Flucht und Migration)
Ursachen, Verlauf und Folgen eines Krieges anhand eines exemplarischen Beispiels
Aufgaben und Ziele der UNO
Maßnahmen der UNO zur Konfliktbeilegung (friedliche Beilegung von Streitigkeiten, Sanktionen und militärisches Eingreifen) beispielhaft an einem vorgegebenen Konflikt
Europäische Union (Motto, Hymne, Flagge)
Ziele der EU (Förderung des Friedens, Freiheit und Sicherheit ohne Binnengrenzen, Achtung ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt, Gründung einer Wirtschafts- und Währungsunion)
konkrete Auswirkungen der EU auf alle Bürgerinnen und Bürger (zum Beispiel Frieden, gemeinsame Währung, Freizügigkeit)

Exemplarische Aneignungs- und
Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schülerin oder der Schüler
kann durch die Besichtigung einer Bunkeranlage das Leben dort während eines Krieges oder Angriffs nachempfinden
kann anhand einer Protagonistin oder eines Protagonisten aus einem Bilderbuch, Jugendbuch oder Film das Leben während eines Krieges nachempfinden und begreifen und mit ihrem/seinem Leben in Frieden vergleichen
markiert auf einer Weltkarte Länder mit Kriegen oder kriegsähnlichen Zuständen und macht sich bewusst, dass Kinder und Jugendliche in anderen Ländern Krieg leibhaftig erfahren, setzt sich mit den Ursachen und Folgen von Krieg auseinander und erkennt daran die Bedeutung des Friedens für ihr oder sein Leben

Bezüge und Verweise

SEL

SOZ

SU 2.1.1 Demokratie und Gesellschaft

G

GEO

GK 2.1.1.2 Kultur und Vielfalt

SEK1 GK 2 Prozessbezogene Kompetenzen

SEK1 GK 3.1.4 Internationale Beziehungen

SEK1 GK 3.2.2.2 Die Europäische Union

BNE

BTV

PG

VB

LFDB [https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/LP/LFDB]

Anhang

Verweise

Das Verweissystem im Bildungsplan für Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung unterscheidet acht verschiedene Verweisarten. Diese werden durch unterschiedliche Symbole gekennzeichnet:

Bezüge und Verweise
Bezüge und Verweise
  • Verweis auf ein Lebensfeld
  • Verweis auf Fächer/Fächergruppen innerhalb des Plans
  • Verweis auf die prozessbezogenen Kompetenzen aus dem Bildungsplan 2016
  • Verweis auf die inhaltsbezogenen Kompetenzen aus dem Bildungsplan 2016
  • Verweis auf eine Leitperspektive aus dem Bildungsplan 2016
  • Verweis auf den Leitfaden Demokratiebildung
  • Verweis auf den Rechtschreib- oder Grammatikrahmen
  • Verweis auf sonstiges Dokument

Im Folgenden wird jeder Verweistyp beispielhaft erläutert:

Beispielhafte Erläuterung der Verweistypen
Verweise Erläuterung
ARB 2.1.1 Grundhaltungen und Schlüsselqualifikationen Verweis auf ein Lebensfeld: Arbeitsleben, Kompetenzfeld 2.1.1 Grundhaltungen und Schlüsselqualifikationen
BSS 2.1.4 Bewegen an Geräten Verweis auf ein Fach: Bewegung, Spiel und Sport, Kompetenzfeld 2.1.4 Bewegen an Geräten
GS D 2.1 Sprechen und Zuhören 1 Verweis auf eine prozessbezogene Kompetenz aus dem Bildungsplan der Grundschule, Fach Deutsch, Bereich 2.1 Sprechen und Zuhören, Teilkompetenz 1
SEK1 MUS 3.1.3 Musik reflektieren Verweis auf Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen aus dem Bildungsplan der Sekundarstufe I, Fach Musik, Bereich 3.1.3 Musik reflektieren
BNE Demokratiefähigkeit Verweis auf eine Leitperspektive BNE = Bildung für nachhaltige Entwicklung, zentraler Aspekt Demokratiefähigkeit
LFDB S. 43 Verweis auf den Leitfaden Demokratiebildung, Seite 43
RSR S. 25-30 Verweis auf den Rechtschreibrahmen, Seite 25-30

Es wird vorrangig auf den Bildungsplan der Grundschule und der Sekundarstufe I verwiesen. Der Bildungsplan des Gymnasiums ist dabei mitbedacht, aus Gründen der Übersichtlichkeit werden diese Verweise nicht gesondert aufgeführt.

Abkürzungen

Abkürzungen der Lebensfelder
Lebensfelder des Bildungsplans für Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf ein sonder-pädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
PER Personales Leben
SEL Selbstständiges Leben
SOZ Soziales und gesellschaftliches Leben
ARB Arbeitsleben
Abkürzungen der Leitperspektiven
Allgemeine Leitperspektiven
BNE Bildung für nachhaltige Entwicklung
BTV Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt
PG Prävention und Gesundheitsförderung
Themenspezifische Leitperspektiven
BO Berufliche Orientierung
MB Medienbildung
VB Verbraucherbildung
LFDB Leitfaden Demokratiebildung
Abkürzungen der Schularten der Bildungspläne 2016
Bildungspläne 2016
GS Bildungsplan der Grundschule
SEK1 Gemeinsamer Bildungsplan für die Sekundarstufe I
GYM Bildungsplan des Gymnasiums
GMSO Bildungsplan der Oberstufe an Gemeinschaftsschulen
Abkürzungen der Fächer
Fächer
AES Alltagskultur, Ernährung und Soziales
BMB Basiskurs Medienbildung
BSS Bewegung, Spiel und Sport
BK Bildende Kunst
BIO Biologie
BNT Biologie, Naturphänomene und Technik
CH Chemie
D Deutsch
E Englisch
ETH Ethik
REV Evangelische Religionslehre
F Französisch
GK Gemeinschaftskunde
GEO Geographie
G Geschichte
KUW Kunst und Werken
RRK Katholische Religionslehre
M Mathematik
MFR Moderne Fremdsprache
MUS Musik
NwT Naturwissenschaft und Technik
PH Physik
SU Sachunterricht
SPO Sport
T Technik
WBO Wirtschaft und Berufsorientierung
WBS Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung

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